Die Sonne schien, wie es sich für einen Sommertag gehört. Aber wo lassen sich am letzten Schultag nachmittags noch Kinder fürs Grüne Klassenzimmer finden? Spontan nutzte die Kinderkiste der Stadt Hammelburg die Chance für einen Ausflug in den Wildpark, um den Ferienbeginn zu feiern.

Mit Disziplin und Ausdauer


Redakteurin Natalie Bachmann, Kamerafrau Angela Witt und Tontechniker Stefan Schradin freuten sich über den Sonnenschein und die Disziplin der Kinder. "Das ist toll, wie die Kinder noch voll dabei sind nach fast drei Stunden", lobte Bachmann die Gruppe. Auch Wildparkleiter Axel Maunz musste sich konzentrieren und mehrmals seine Aussagen wiederholen, damit er aus verschiedenen Perspektiven gefilmt werden kann.

Bachmann hat ein zwei Seiten langes Skript, in dem alles steht, was über die Wildkatze in dem Film gesagt werden soll. Sie weiß, was vor der Kamera gesprochen werden soll und was nachträglich von einem Sprecher eingefügt wird. Das Kamerateam weiß, welche Bilder dazu gebraucht werden. Im Endeffekt wird für nur fünf Minuten Sendezeit ein Tag lang gefilmt und ein Tag lang geschnitten.

Gleich zu Beginn dürfen die Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren selbst aktiv werden. Sozusagen zum Aufwärmen. Aus dem Wildkatzenkoffer werden Pfotenstempel geholt und jeder darf sich seine eigene Wildkatzenspur in den Sand legen und mit Gips ausgießen. Zu diesem Zweck gibt es ein Grünes Klassenzimmer, das im Juni diesen Jahres eingeweiht wurde

Lässt sich die Katze wirklich blicken?


Dann geht es in den im vergangenen Jahr fertiggestellten Wildkatzenlehrpfad. Maßgeblich hat hier der Bund Naturschutz mitgewirkt. "Es gibt aber auch viele Firmen und Privatspender auf der Sponsorenliste," betont Maunz. Spannend bleibt die Frage, ob sich die Katze wirklich blicken lässt, um die ausgelegte Beute zu fressen. Normalerweise versteckt sie sich in dem artgerecht angelegten Gelände gerne in Baumhöhlen oder Gesteinshaufen.

Aber die Wildkatze kommt tatsächlich. Alle halten die Luft an und schauen zu, wie sie sich eine Maus nach der anderen holt und im Verborgenen frisst.

Dann geht es weiter zu den Stationen, wo erklärt wird, wie Wildkatzen hören und sehen. Auch die Unterschiede zur Hauskatze werden anschaulich dargestellt.

Ziemlich anstrengend


"Es ist schon toll, was wir an Materialien und Hilfen von der Universität Würzburg, Didaktik der Biologie entwickelt bekommen," schwärmt Maunz, "Thomas Heyne und seine Studenten haben im Rahmen ihrer Bachelor-Arbeiten das Konzept für den Wildkatzenlehrpfad entwickelt. Wir sind weiter in engen Kontakt und es werden gerade, ähnlich wie für die Wildkatze, erlebnispädagogische Koffer für Eulen, Rot- und Schwarzwild, sowie das Bodenleben entwickelt. Bis Ende 2013 soll das Gesamtkonzept stehen."

Mit der Zeit schleichen sich aber doch Ermüdungserscheinungen ein bei den jungen Darstellern. "Ich habe nicht gedacht, dass das so lange dauert und so anstrengend ist," sagt die zehnjährige Karin.

Fragen an das Fernsehteam


Am Schluss können die jungen Leute noch Fragen an das Filmteam stellen. Da werden die Technikfreaks in der Gruppe hellhörig. Dass die Kamera rund 60.000 Euro kostet, verschlägt einigen die Sprache. Trotzdem lässt Kamerafrau Witt die Kinder das zehn Kilogramm schwere Gerät in die Hand nehmen. Die Speicherkarte mit 23 Gigabyte reicht, um 45 Minuten zu filmen. "Wir haben heute schon zwei davon gefüllt," erklärt sie.

Auch Praktisches wollen die Kinder wissen, zum Beispiel mit welcher Ausbildung man beim Rundfunk arbeiten kann. So sind die drei übers BWL-Studium, eine Fotografenlehre oder als Ingenieur nach Würzburg zum BR gekommen.

Sendetermin ist am Sonntag, 12. August um 18.05 Uhr im Bayerischen Fernsehen. Da sitzen die Jungschauspieler sicher vor dem Fernseher und sind gespannt, was von dem stundenlangen Filmen vor Ort übrig geblieben und wer zu sehen ist.