Wegen Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch, Bedrohung und Beleidigung musste sich ein 24-Jähriger aus dem Altlandkreis Bad Brückenau vor dem Amtsgericht Bad Kissingen verantworten. Laut Staatsanwaltschaft habe er am 18. Dezember vergangenen Jahres in einer Gaststätte im Altlandkreis Bad Brückenau einen Sachschaden von rund 150 Euro angerichtet. Der Aufforderung, das Lokal zu verlassen, sei der stark alkoholisierte Mann nicht nachgekommen, sondern habe stattdessen das Personal schwer beleidigt und gedroht, die "Dreckschweine" umzulegen und ihnen die Kehle durchzuschneiden. Erst der Einsatz von Pfefferspray durch den Wirt konnte die Aggressionen des Angeklagten dämpfen.
Der junge Mann gab an, gegen 12 Uhr nachts in die Aspenmühle gekommen zu sein. Vorher habe er nichts getrunken. In der Lokalität nahm er - laut eigener Aussage - rund vier Hefeweizen zu sich und konsumierte zusammen mit fünf weiteren Freunden zwei Flaschen Asbach. Danach sei er in die Bar gegangen. "Ich kann mich nur noch daran erinnern, wie mein Gesicht gebrannt hat und ich morgens im Krankenhaus aufgewacht bin", sagte der Angeklagte. Vom Vorfall an sich habe er überhaupt nichts mitbekommen. Rund 1,8 Promille habe er morgens in der Prümmer-Klinik in Bad Brückenau gehabt, wie Richterin Kloos aus dem Polizeibericht entnahm.
Ein Mitarbeiter in der Gastwirtschaft berichtete davon, dass der Angeklagte dort mit brachialer Gewalt am Geländer gerissen und dies auch nach mehrmaliger Aufforderung nicht gelassen habe. Der Mitarbeiter sei massivst vom Angeklagten bedroht worden. "Er meinte, dass ich meine Fresse halten solle, sonst werde er mir die Kehle durchschneiden", erinnerte sich der Mitarbeiter. Der Angeklagte habe ihn zudem als "Dreckschwein" bezeichnet" und nach ihm schlagen wollen. "So einen Aussetzer habe ich noch nie erlebt", sagte der Zeuge. Nachdem der Angeklagte einen Angriff auf den Wirt machen wollte, habe der sich mit Pfefferspray gewehrt und ihn so kampfunfähig gemacht. "Der Angeklagte wusste, was er sagt und wie er sich benimmt. Er war nicht überalkoholisiert" meinte der Zeuge. Pfefferspray sei in der Gastwirtschaft noch nie zum Einsatz gekommen, derartige Randale habe man dort noch nie erlebt.
"Ich werf' dich die Treppen hinunter, hat er gesagt", erinnerte sich der Gastwirt. Der Angeklagte habe nach ihm langen wollen, weshalb er das Pfefferspray einsetzte. Nach der Aussage des Gastwirts entschuldigte sich der Angeklagte für sein Verhalten bei ihm.
Eine weitere Zeugin sei vom Angeklagten angebrüllt worden. "Er hat mich als Drecksstück und Drecksschlampe bezeichnet", sagte die Zeugin und fügte an: "Er war wild ohne Ende und überhaupt nicht mehr zu bändigen." Der Angeklagte habe vollkommen neben sich gestanden. Weitere Zeugen meinten, dass der Angeklagte zwar einen alkoholisierten Eindruck machte, jedoch nicht so stark alkoholisiert gewirkt hätte, dass man sich mit ihm nicht mehr unterhalten konnte.
Der Staatsanwalt hielt 70 Tagessätze als eine angemessene Strafe für den Angeklagten. Ohne vorherige Provokation habe er üble Beleidigungen ausgestoßen. Außerdem habe der Angeklagte eine einschlägige Vorstrafe wegen Beleidigung.
Der Verteidiger meinte, dass man die Sachbeschädigung nicht nachweisen könne. Er fragte sich auch, ob der Angeklagte tatsächlich so rüde Bedrohungen ausgesprochen habe. Da sein Mandant zum Tatzeitpunkt erheblich alkoholisiert gewesen sei, zweifelte er an, ob man ihn wegen Hausfriedensbruch verurteilen könnte. Er hielt 25 Tagessätze für Tat und Schuld als angemessen.
Richterin Kloos verurteilte den Angeklagten wegen Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch, Bedrohung und Beleidigung zu 60 Tagessätzen à 50 Euro. Der Angeklagte trägt außerdem die Kosten des Verfahrens. Gegen das Urteil kann Berufung oder Revision eingelegt werden.