Die schlechte Note hat sich der Spielplatz an der Sinnbergpromenade verdient. Sowohl Stadt als auch Eltern stellen derzeit die Spielplätze in der Kernstadt und in den Stadtteilen auf den Prüfstand. "Wir wollen die Meinung der Betroffenen hören, bevor wir entscheiden," sagte Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) zu Beginn der Tour.
David Rybak vom städtischen Referat Jugend, Familie, Soziales betonte, dass die Spielplatzbesichtigungen in ein Konzept münden werden, um dem Stadtrat eine Entscheidungshilfe in die Hand zu geben zu können. Dieser muss dann beschließen, wo investiert wird, welche Plätze bleiben können, wie sie sind, und welche Gelände geschlossen werden können.

Zu viel hecken, zu wenig Geräte


Zu den Problem-Spielplätzen zählt jener an der Sinnbergpromenade. Die Bänke am Spieltisch wurden abgebaut, weil sich hier immer Verunreinigungen fanden, Hecken versperren die Sicht, die Zahl der Spielgeräte ist sehr überschaubar, originelle Geräte fehlen ganz.
"Wäre es eine Idee, diesen Spielplatz aufzulassen?", fragte Stadtrat Richard Fix (Die Grünen). "Wir können uns vorstellen, dass der eine oder andere Spielplatz zugunsten anderer aufgelassen wird," sagte die Vorsitzende des Familienbeirates, Kirsten Piening. Das sei erst denkbar, wenn es in der nahen Umgebung bessere Plätze gibt.
Doch gerade der Spielplatz an der Sinnbergpromenade hat ein großes Einzugsgebiet und ist damit unverzichtbar. Trotz der extrem schlechten Note sollte die Stadt hier investieren, waren sich die Begutachter einig. Denkbar wäre, das Gelände unterhalb des benachbarten Skater-Platzes mit einzubeziehen, neue Geräte aufzustellen und die Hecken zu lichten. Die Stadt müsste nicht einmal alleine für die Investitionen aufkommen. Wie Peter Borst vom Städtischen Servicebetrieb und Davin Rybak betonten, könnte der Ausbau dieses Spielplatzes im Rahmen des Programms "Soziale Stadt" finanziell gefördert werden.

Nestschaukel ist beliebt


Auch bei der Auswahl der Spielgeräte wird der Familienbeirat mitreden. "Klettergeräte und Nestschaukel sind die Favoriten," diese Erfahrung hat Beiratsmitglied Susanne Weber dank ihrer Söhne Karl und Franz gemacht. Federn, drehen, kreiseln und klettern, das kommt laut der Eltern bei den Kindern am Besten an.
Wesentlich bessere Noten als dem Gelände an der Sinnbergpromenade gaben die Begutachter dem Spielplatz an der Kapellenstraße. Obwohl aus finanziellen Gründen auch hier schon etliche Geräte abgebaut werden mussten. So wies David Rybak vor allem auf die topographisch guten Voraussetzungen des leicht hügeligen Geländes hin.
Mit der Sauberkeit ist es hier relativ gut bestellt, weil die benachbarte Saaletalschule die Patenschaft und damit Reinigung und Aufsicht übernommen hat. Aber auch hier sind schon gute Ideen baden gegangen. Zum Beispiel der Aufstieg über eine Betonhöhle hinauf in das Holzhaus. Hier fanden sich hier immer wieder menschliche Hinterlassenschaften organischer Natur, so dass der Aufstieg gesperrt werden musste.
Die Delegation sah zwar den Handlungsbedarf im Bereich der Spielgeräte, vergab aber dennoch Noten zwischen 3,5 und 4,5 für den Spielplatz an der Kapellenstraße.
Ein weiteres Gelände wurde noch auf dem Altenberg besucht. Nun ist der Familienbeirat an der Reihe. Er wird die restlichen Bad Kissinger Spielplätze begehen und Noten in verschiedenen Kategorien vergeben. Getestet werden unter anderem Sauberkeit, Bewuchs, Ausstattung, Investitionsbedarf und Lage. "Ohne das Engagement des Familienbeirates wären wir aufgeschmissen", betonte David Rybak.