Rita Schmitt aus Reichenbach hat beim Landratsamt Bad Kissingen eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Bürgermeister Helmut Blank (CSU) eingereicht. Pressesprecher Stefan Seufert bestätigte, dass die Beschwerde am Donnerstag eingegangen ist. Jetzt werde die Stadt um Stellungnahme gebeten, diese wird geprüft, dann folgt die Antwort der Aufsichtsbehörde, so Stefan Seufert. Auskünfte über den Beschwerdeführer und den Grund gibt es prinzipiell nicht.

Verquickung befürchtet

Rita Schmitt, Vorsitzende der Wählervereinigung Forum aktiv und stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, bestätigte gegenüber unserer Zeitung, dass sie die Beschwerde eingereicht hat. Sie betonte aber ausdrücklich, dass sie das als Privatperson und nicht in der Funktion als Stadträtin von Forum aktiv getan hat. Grund der Dienstaufsichtsbeschwerde ist das geplante Gewerbegebiet nördlich des bestehenden an der B 19. "Ich habe ihn nicht angeschwärzt, ich lasse prüfen", sagt Rita Schmitt. Ins Detail gehen, wollte sie nicht. Bekannt ist, dass große Teile der in Frage kommenden Flächen Helmut Blanks Eltern gehören.

Deshalb übernimmt 2. Bürgermeister Norbert Reiter (CSU) in den Sitzungen des Stadtrats immer die Federführung, wenn es um das Thema geht. Rita Schmitt will nun wissen, ob alles rechtens gelaufen ist. Dabei bezieht sie sich auf die Wertschöpfung der Stadt. Eine Wertschöpfung könne es nur geben, wenn die Kommune die Grundstücke gekauft hätte, um sie dann zu vermarkten. Bei einem Verkauf von Privatpersonen an den Investor gehe die Stadt leer aus. Und das Argument, dass die Stadt kein Geld für den (vorübergehenden) Grundstückskauf hat, lässt sie auch nicht gelten. So ein Kauf könne auch erst einmal nur auf den Papier stattfinden.

Helmut Blank sagte gestern Vormittag gegenüber unserer Zeitung, dass er offiziell noch gar nichts von der Dienstaufsichtsbeschwerde wisse. Er habe durch ein Telefonat davon erfahren. "Das ist Wahlkampf", meinte er und fügte hinzu: "Das stehe ich durch."

Passend dazu wird derzeit in Münnerstadt das Gerücht verbreitet, dass seine Eltern die Grundstücke nun doch an die Stadt verkauft hätten und zwar für eine Summe von 1,2 Millionen Euro. Helmut Blank kann sich auf Nachfrage das Lachen kaum verkneifen. "Wenn es so wäre, würden sich meine Eltern sehr freuen", sagt er. Natürlich sei das völliger Unsinn.