Langsam dreht sich das fast mannshohe Rad der Solehebemaschine, bewegt die Pleuelstangen, die Kolben in den Zylindern gehen hin und her. Die Freipumpe auf der Pumpeninsel läuft nur noch zu Schauzwecken. Doch eine schau ist das technische Denkmal nicht mehr. Überall hat sich Korossion breit gemacht, einige steinerne Bestandteile fangen an zu bröseln. Der Zustand schreit geradezu nach Sanierung. Inzwischen hat der Staat als Eigentümer den Schrei gehört. Die Freipumpe wird noch heuer saniert Laut Aussage der Immobilien Freistaat Bayern sind dafür Haushaltsmittel von 100 000 Euro freigegeben.

"Die Pumpe wird komplett entrostet und neu beschichtet", sagt Horst Schmitt vom Staatlichen Bauamt in Schweinfurt. Einige Teile der weitgehend aus Gusseisen bestehenden Solehebemaschine müssen ersetzt werden. Eine entsprechende öffentliche Ausschreibung wird derzeit erstellt.

Auch am steinernen Sockel werden Arbeiten erforderlich sein. Außerdem haben sich am Triebwerkskanal der Freipumpe Steine gelockert, aus den Fugen wachsen Bäumchen. Hier besteht ebenfalls Handlungsbedarf.


Findlinge als Sofortmaßnahme

Dringenden Handlungsbedarf gibt es auch an der Stützmauer unterhalb des Saale wehrs. Hier zeigt sich ein großes Loch im Mauerwerk, hölzerne Stützen sind freigelegt. Sobald der Wasserstand nach dem Hochwasser gesunken ist, werden laut Schmitt als Sofortmaßnahme Findlinge eingesetzt, die das Mauerwerk vor dem Einsturz bewahren sollen.


Einsturzgefahr

Doch es gibt noch mehr zu tun auf der Pumpeninsel. Die Hauspumpe ist noch voll betriebsfähig und befindet sich in gutem Zustand. Nicht so deren Triebwerkskanal. Nicht umsonst wurde dieser Bereich vorsichtshalber abgesperrt, denn der Kanal ist einsturzgefährdet. "Wenn jemand rumspaziert, wird der Kanal wohl nicht einfallen", sagt Erwin Full (ebenfalls Staatliches Bauamt), doch ein darüber fahrendes Fahrzeug könnte zur Gefahr werden.

Ursprünglich war daran gedacht, den Kanal komplett zu verfüllen, weil die von der Saale angetriebene Hauspumpe nach der Sanierung des Runden Brunnens durch eine Elektropumpe ersetzt wurde. Doch dann hätte die Hauspumpe nicht einmal mehr zu Schauzwecken laufen können.

Dieser Plan wurde inzwischen ad acta gelegt. Um die Pumpe in Betrieb vorführen zu können, genügt es, ein Rohr anstelle des Kanals zu verlegen. Der Tunnelmund soll jedoch sein bisheriges Aussehen bewahren.

Andererseits hat Mühlenbauer Walter Schuhmann geplant, auf der Pumpeninsel ein großes Wasserrad zu Forschungszwecken, aber auch als touristische Attraktion zu errichten. Dafür aber müsste ein Teil des derzeit maroden Triebwerkskanals freigelegt werden. Ein schriftlicher Bauantrag liegt allerdings noch immer nicht vor.
"Wir können nicht ewig warten", sagt Erwin Full. Innerhalb der nächsten drei Jahre muss etwas mit dem Kanal der Hauspumpe passieren. "Ist der Kanal einmal verfüllt, ist das Wasserrad gestorben."