"Ich sammle das ganze Jahr über meine Themen aus der Nachrichtenwelt", verrät der sympathische Lehrer Lämpel, der im wirklichen Leben Berufsschullehrer in Schweinfurt ist und sich als originaler Einwohner aus Oberthulba auch im Marktgemeinderat engagiert. "Auf der täglichen Fahrt zwischen meinem Wohn- und Arbeitsort lasse ich mir die Dinge durch den Kopf gehen und arbeite stückweise an meinem Lämpel-Vortrag", verrät Michael von Prümmer. Den Text habe er mittlerweile inwendig drin: "Da komme ich völlig ohne Konzeptpapier bei meinem Vortrag aus", bestätigt "MvP".

Hitparade


Als Hitparade präsentierte Lehrer Lämpel die bundesweiten Missgeschicke. Angefangen von der Diskussion rund um den Bundespräsidenten über die Euro-Rettung, die Wende der Atomenergie durch das Unglück in Japan, zu Guttenbergs Doktorarbeit und die FDP-Krise bis hin zur Windenergie vor der eigenen Haustüre ließ von Prümmer kein wichtiges Thema aus. "Doch die Prunksitzung der ÖFG stiehlt Allen die Schau. Helau!", beendete Lämpel seinen Moralvortrag unter dem tosenden Applaus seiner närrischen Zuhörer. "Lokale Themen überlasse ich lieber den Hüttls oder den Tratschweibern", betont von Prümmer.

Tratschweiber


Das körperliche Abnehmen bei Miniportionen auf dem Teller, die mit Pinzette und Lupe zu sich genommen werden, war für die Tratschweiber Eva Marx und Edel Gray ein unangenehmes Thema. Dann doch lieber über Lokales berichten wie zum Beispiel über die verlorenen Millionen aus dem Geldtransporter, den Hauseinbruch an der Hurschelwiese oder das geplante Seniorenhotel. Diesen Tratschweibern war auch das Geländer für den Radweg zwischen Oberthulba und dem Gewerbegebiet Reith aufgefallen.
Das Oktoberfest am Marktplatz und ein Loblied auf den neuen Wirt des Schwarzen Adlers waren den singenden Brüdern Matthias und Christoph Hüttl einige Lieder wert. "Osne ole!", sangen sie dem aus Landshut stammenden Wirt zu und erinnerten an Meisterleistungen beim Maßkrugstemmen.

Proppenvolle Halle


Bis zum Bersten mit fröhlichen Narren gefüllt präsentierte sich die Mehrzweckhalle Oberthulba auch dieses Jahr bei den Prunksitzungen der ÖFG. "Mir wölle Spaß hab´", war sich das Publikum vollkommen einig. Bei beiden Vorstellungen gab es für die Zuschauer ein attraktives Programm, das bis weit nach Mitternacht reichte und die Lachmuskeln reichlich strapazierte. Die Sitzungs-Präsidenten Bernd Waldner und Jürgen Meder führten "Helau"-moderierend durch die Sitzung.

Weitere Highlights aus dem Programm der ÖFG-Sitzungen

Geschenk Ihre helle Freude hatten die närrischen Freunde aus dem österreichischen Bad Vöslau (bei Wien), die extra mit dem Flieger über Frankfurt heran reisten. Sie freuten sich über das originelle Geschenk: Eine rot-weiße Fahne wie ihre eigene aus Österreich - jedoch mit dem Wappen von Oberthulba drauf, wie es sich erst beim Abrollen zeigte.

Eindrucksvoll Mit Garde, Büttenbeitrag und einem eindrucksvollen Auftritt ihres Männerballetts warteten die närrischen Gäste aus Grafenrheinfeld auf.

Boxring Tänzerischer Höhepunkt der Prunksitzung jedoch war der ÖFG-Showtanz im Boxring, der mit viel Charme nicht nur Sportlerherzen erfreute.

Nachwuchs Dass die ÖFG eine gute Zukunft hat, stellten schon die jüngsten Tänzerinnen als kleine Giganten zu den Klängen der 80er-Jahre-Musik eindrucksvoll unter Beweis.

Wilde Hühner Die als wilde Hühner tanzende Jugend hingegen bevorzugte das Vollbad auf der Bühne und ließ dort kleine Entchen schwimmen. Mit leichtfüßigem Tanz überzeugten die 17 jungen Show-Sterne.

Tanzmariechen Freilich durfte auch das obligatorische Tanzmariechen Sarah Schmitt nicht fehlen.

Leibgarde Genau so wie die Leibgarde des Elferrates, die große ÖFG-Marschtanzgarde, oder der zackige Jugendmarschtanz.

Ehrungmitglieder Sepp Waldner und Karl Mayer wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt.

FEN-Ehrungen Den Narren von Europa in Gold erhielt Sigrid Helbig. Michael von Prümmer bekamt den europäischen Narren in Silber; Bronze gingen an Christoph Metz und Daniela Albert. Tina Lurz und Maria Schottdorf bekamen den FEN-Jahresorden, und Katharina Brustmann sowie Ramona Häfner nach zehnjähriger Faschingsaktivität bei der ÖFG den FEN-Sonderorden.