Ohne Schnee nichts los - so könnte man die jüngsten Zahlen im Bereich Tourismus des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung zusammenfassen: Bayernweit sanken im ersten Quartal 2014 die Zahl der Gäste um 0,8 Prozent auf 6,0 Millionen und die der Übernachtungen sogar um 3,5 Prozent auf 15,9 Millionen. Allerdings stemmte sich Unterfranken gegen den Abwärtstrend: 2,2 Prozent mehr Gäste (insgesamt 454 000) und 0,3 Prozent Plus bei den Übernachtungen (1,19 Millionen) wurden zwischen Rhön und Main verbucht. Sogar noch besser steht der Landkreis Bad Kissingen da.

78 103 Gäste im Landkreis verbucht die offizielle Statistik für das erste Quartal 2014, das sind 1992 oder 2,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Übernachtungen waren es 443 516, also 2189 oder 0,5 Prozent mehr. Im Jahr 2013 buchten insgesamt 408 836 Gäste im Landkreis 2 189 311 Nächte. Die amtliche Statistik hat jedoch einen Fehler, weil Betriebe bis zu neun Betten nicht erfasst werden. "Erfahrungsgemäß liegen die tatsächlichen Ankünfte beziehungsweise Übernachtungen um rund 15 Prozent höher", erläutert Geerd Müller von der Tourismus GmbH Bayerische Rhön.

Milder Winter schlug nicht durch

Trotzdem ist der Tourismus-Experte zufrieden: "Insgesamt sind die Übernachtungszahlen stabil", sagt er. Und: "Das ist bei dem milden Winter überraschend." Vor allem in der Hochrhön habe der ausbleibende Schnee zu Einbußen geführt. "Aber das wirkt sich im gesamten Landkreis nicht so stark aus." Ein Grund für die guten Zahlen ist das durchwachsene Vorjahr: "Erst war Ostern letztes Jahr sehr früh, dann kam noch ein Frühjahrshochwasser." Das späte Osterfest heuer und das "Bomben-Wetter im März" hätten mehr Kurzurlauber angelockt. Aber: "Es bedarf immer mehr Anstrengungen, sprich mehr Gäste, um die Übernachtungszahlen zu erhöhen."

Drei von vier Gästen in der Stadt

Diesen Trend bestätigt auch der Bad Kissinger Kurdirektor Frank Oette: "Die Aufenthaltsdauer geht zurück, da liegen wir im allgemeinen Trend." 6,9 Tage blieb der Durchschnittsgast in Bad Kissingen. Tendenz aber auch hier rückläufig. "Das lässt sich kaum ändern, da müssen wir uns dem Gästeverhalten anpassen", sagt Oette.

Wegen der kürzeren Aufenthaltsdauer bleibt vom deutlichen Plus von 7,1 Prozent bei den Gästeankünften im ersten Quartal 2014 (ingesamt 46 972) nur die Hälfte bei den Übernachtungen übrig: Sie steigen um 11 365 oder 3,6 Prozent auf 324 580. Aber auch der Kurdirektor gibt zu: Die guten Zahlen heuer liegen am schlechten Start ins Jahr 2013. "Wir bewegen uns heuer auf dem Niveau, das wir erwarten", macht Oette klar.

Stabile Zahlen zum Jahresende

Zum Glück sei der Fehlstart 2013 wieder aufgeholt worden: Bad Kissingen lag im April 2013 noch bei einem Minus von 9,6 Prozent bei den Übernachtungen, am Ende waren es dann nur noch 4507 oder 0,29 Prozent weniger als 2012: 230 587 Gäste buchten im vergangenen Jahr 1 557 361 Übernachtungen. Zur Stabiliät beigetragen hat aus Oettes Sicht auch die gute Mischung aus Reha-Patienten und Urlaubern: 49,1 Prozent betrug 2013 der Anteil der Versicherungsgäste. Oette: "Das ist ein gesundes Verhältnis."

Kürzere Aufenthaltsdauern spürt auch Jürgen Dösch vom "Bayerischen Hof" in Bad Kissingen: Er habe viele Stammgäste, aber "der Trend geht zu kürzeren Aufenthalten und zu kurzfristigeren Buchungen". Damit werde natürlich der Aufwand größer, weil die 90 Betten des Hauses öfter überzogen werden müssen. Immerhin seien aber auch im Bayerischen Hof die Übernachtungszahlen stabil.

Davon kann Bad Brückenau derzeit nur träumen: Dort setzte sich im ersten Quartal der Trend des Vorjahres fort. Die Zahl der Gäste sank 2013 um 6,1 Prozent auf 59 587, die der Übernachtungen um 3,9 Prozent auf 302 032. Von Januar bis März waren es insgesamt 2,1 Prozent weniger Gäste und sogar 7,35 Prozent weniger Übernachtungen. "Von Ende 2013 bis ins erste Quartal 2014 hinein hatten wir leichte Rückgänge im Bereich der Reha Patienten der Deutschen Rentenversicherung Bund zu verzeichnen", berichtet Gudrun Friedrich-Kleine von der Bad Brückenauer Tourist-Info. Und: "Bei den privaten Vermietern machte sich der laue, schneefreie Winter leicht bemerkbar." Trotzdem ist Friedrich-Kleine optimistisch: "Die Prognosen für das laufende Jahr 2014 sind jedoch gut und wir hoffen unsere guten Auslastungszahlen halten zu können."