Mit Hilfe des Erneuerbare Energien-Gesetzes sei es zwar gelungen, die notwendige Energiewende einzuleiten, sagte Bürgermeister Waldemar Bug in der jüngsten Sitzung des Burkardrother Marktgemeinderats. Doch schlage die momentane Entwicklung einen ganz anderen Weg ein. Bekanntlich sollen riesige Stromtrassen Stromleistungen in der Größenordnung mehrerer Atomkraftwerke aus dem Norden und Osten in den südlichen Raum Deutschlands transportieren. Das Projekt sei durch ein Moratorium der Bayerischen Staatsregierung jetzt angehalten worden, bis ein entsprechender Bedarfsnachweis vorliegt, informierte der Bürgermeister.

Es sei der Gemeinde wohl bewusst, dass der Umbau der Energieversorgung neue Netze benötigen wird. Dies sollte nach Ansicht des Gremiums jedoch vor allem im regionalen Bereich erfolgen, um die dezentralen Erzeugungsanlagen an das Netz anzubinden.

Weder Stromtrassen noch die angedeutete mögliche Verlängerung der Laufzeit des Atomkraftwerks (AKW) Grafenrheinfeld finden in der Marktgemeinde Zustimmung, hieß es. Deshalb schloss sich der Marktgemeinderat der Forderung der Bayerischen Staatsregierung nach einem Moratorium für neue Stromtrassen in Bayern an. Eine Revision der bisherigen Leitungspläne müsse möglich sein.

Die Forderung der Gemeinde beinhaltet die dauerhafte Abschaltung des AKW Grafenrheinfeld zum vorgesehenen Termin, Ende 2015. Sowohl in der Marktgemeinde als auch im gesamten Landkreis Bad Kissingen soll von geplanten Stromfernübertragungen abgesehen werden. Stattdessen sollen wegweisende Schritte eingeleitet werden, um die Speicher- und Umwandlungstechnologie voranzutreiben und die regionale und lokale Nutzung der Angebote der regenerativen Energieträger zu erleichtern.

Kindertagesstätte wird teurer

Der An- und Umbau der Kindertagesstätte Sankt Burkardus in Burkardroth wird noch einmal teurer als die ursprünglich vorgesehenen 377 000 Euro (Januar 2013). Weil sich Änderungen ergaben - ein zweiter Krippenraum und damit verbunden ein Anbau für den Gruppenraum 4 waren erforderlich - hatten sich die Kosten auf 615 000 Euro erhöht (September 2013).

Jetzt kommen noch einmal 120 000 Euro dazu, so dass sich die Gesamtkosten auf 736 000 Euro belaufen werden.

Wie Planer Klaus Markard den Räten erläuterte, habe der Architekt Thomas Karsten von der Diözese Würzburg unter anderem bemängelt, dass die Garderobe bei weitem nicht ausreiche. Deshalb wären jetzt zusätzliche Umbaumaßnahmen notwendig: Mehrzweckräume zu Garderoben umfunktionieren, Ersatz für den notwendigen Abstellraum schaffen und eine WC-Anlage zur Dusche umfunktionieren. Dies schlage mit 52 000 Euro zu Buche.
Weil im Rahmen der Sanierung neue, noch dichtere Fenster eingebaut werden, sei eine Lüftungsanlage erforderlich, die 17 500 Euro kostet. Nicht zuletzt haben sich auch bei der Heizungsanlage Mehrkosten in Höhe von 24 500 Euro ergeben. Diese Summe könne Markard nicht mehr "abfedern", wie er sagte. Das Gremium stimmte der neuen Kostenrechnung einstimmig zu.

Weil die Gemeinde bei der Kindertagesstätte Burkardroth auch 75 Prozent der üblichen Beteiligung von fünf Prozent des Trägervereins übernimmt, erinnerte der Katzenbacher Gemeinderat Hartmut Metz an den Kindergarten Lauter. Es läge noch ein Zuschussantrag in Höhe von 6000 Euro vor, der noch nicht behandelt wurde. Er stellte außer Frage, das diese Einrichtungen unterstützt werden müssen. Forderte den Bürgermeister aber gleichzeitig auf, dass alle Trägervereine gleich behandelt werden müssten.

In der Sitzung vergab das Gremium die Arbeiten für Tor und Fenster beim Neubau des Feuerwehrhauses in Stangenroth. Günstigster Anbieter war die Firma Bauelemente Stefan Kirchner aus Stangenroth. Ihr Angebot lag bei rund 17 000 Euro.

Bebauungsplan für Spielflächen

Behandelt wurden des weiteren die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange zur siebten Änderung des Flächennutzungsplans. Diese war erforderlich, um die Voraussetzungen für die Multifunktionsspielfläche in Oehrberg und dem Pflegeheim in Burkardroth zu schaffen. Aus dem gleichen Grund mussten der Bebauungsplan "Am Kirchberg" in Burkardroth erweitert und der Bebauungsplan "Multifunktionsspielfläche Mühläcker" in Oehrberg aufgestellt werden.