Claus-Frenz Claussen, ehemaliger Professor für Neurootologie an der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkranke der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Künstler und seit fast 40 Jahren Bad Kissinger, feiert am 28. Mai seinen 80. Geburtstag.

Geboren wurde er 1939 in Husum an der Nordsee als zweites von drei Kindern. "Dort verbrachte ich eine wunderbare, vielseitige, erfüllte und anregende Kindheit und Jugend mit einem sehr großen Lesepensum", schreibt er in seiner Einladung. Claussen studierte Medizin in Bonn und Hamburg, mit Studienaufenthalten in Toulouse, Oxford, Oslo, Göteborg, Kopenhagen und Aarhus.

"Nach meinem Studium wurde ich ein Universitätsprofessor der Universität Würzburg mit den Schwerpunkten Arzt für Neurootologie, Forscher, Erfinder, bildender Künstler", schreibt Claussen. Er war der erste Hochschullehrer in Deutschland, der sich 1970 an der Freien Universität Berlin für das damals neue Gebiet der Neurootologie habilitierte. Dieses beschäftigt sich mit den Sinnesfunktionen der Gleichgewichtsregulation, der Hörorgane sowie der Geruchs- und Geschmackswahrnehmungen. Claussen entwickelte die klinische Neurootologie parallel in Berlin und Würzburg.

1972 bis 1974 hielt er sich zu Forschungen in Buenos Aires auf, wo er das Konzept der modernen Äquilibriometrie, der Funktionsmessungen des Gleichgewichtssinnes entwickelte. Außerdem absolvierte er mehrere Forschungsaufenthalte in den sinnesphysiologischen Laboratorien der Nasa in Pensacola (USA). Im Laufe seines Lebens wurde er Mitglied in zahlreichen internationalen wissenschaftlichen Gesellschaften. Außerdem leitete Claussen, zumeist in Bad Kissingen, viele internationale Kongresse und nationale Symposien über Neurootologie und Kopfsinnesstörungen sowie über die moderne Therapie bei Schwindel, Übelkeit, Ohrgeräuschen (Tinnitus) und Hörstörungen.

Claussen als Künstler

Ab 1972 wurde Claussen in der bildenden Kunst tätig. Im oberfränkischen Eisenbühl (Landkreis Hof) finden sich sein stahlbildnerisches Atelier, ein Kunstpark und eine Ausstellungshalle. Der Eisenpark in Eisenbühl ist ein Eisenskulpturengarten unter dem Motto "Stählerne Zeichen des Seins und Werdens über Wasser und Land", wie der Homepage der Gemeinde Berg entnommen werden kann. Claussens Stahlgroßplastiken stehen auf Plätzen in der Schweiz, in Baden-Württemberg, Franken und Berlin. Aus seiner Werkstatt stammen auch die Bildnisse der Frankenapostel Kilian, Totnan und Kolonat, die 1981 auf dem Heuchelhof in Würzburg aufgestellt wurden. Sein künstlerisches Wirken fand Anerkennung mit dem Orden der Ungarischen Kultur und einer Auszeichnung durch die argentinische Stadt Pinamar.

Claussen hat im Laufe seines Lebens mehr als 450 Publikationen in vier Sprachen vorgelegt. Ferner stammen von ihm Patentschriften sowie philosophische und künstlerische Publikationen wie auch Kataloge zu Kunstausstellungen. Seit 1980 lebt Claussen in Bad Kissingen - seine 2017 verstorbene Frau betrieb hier bis 2001 eine HNO-Praxis. Mit 65 Jahren beendete er seine Laufbahn als Universitätsprofessor, führte seine Arbeit aber bei den von ihm gegründeten Gesellschaften für Neurootologie und Äquilibriometrie beziehungsweise zur Erforschung von Geruchs-, Geschmacks-, Gehör- und Gleichgewichtsstörungen in Bad Kissingen weiter. "Ich sitze heute zwar im Rollstuhl mit gebrochenem Bein, bin aber weiter vielfältig aktiv", schreibt Claussen in der Einladung - unter anderem auf Twitter und der Homepage des Eisenbühler Eisenparks.