Aber wer ist denn eigentlich wer von den beiden, und wer war zuerst da? Eine Frage, die jedes Jahr aufs Neue für Verwirrung sorgt - und unter den Kindern für immer mehr Unwissen: "Immer weniger Kinder kennen den Unterschied zwischen den Nikolaus und dem Weihnachtsmann", sagt Bernd Keller, Leiter des Kontaktpunkts.
Deshalb wirbt er gemeinsam mit Claudia Nieland für das Projekt "Weihnachtsmannfreie Zone" des Bonifatiuswerks der deutschen Katholiken. Mit durchgestrichenen Weihnachtsmännern kämpft die Aktion für die ursprüngliche katholische Tradition, macht sich stark für den heiligen Nikolaus, den historischen Bischof.

Nikolaus wird Santa Claus

Der "echte" Nikolaus lebte 340 nach Christus als Bischof im türkischen Myra und starb am 6. Dezember 343. Schon mit 17 Jahren soll er zum Bischof ernannt worden sein. "Er setzte sich für andere ein, kümmerte sich um die seelischen und materiellen Nöte des Volkes", erklärt Nieland.

Irgendwann wurde die Nikolaus-Figur nach Amerika überliefert, wurde zum "Santa Claus", dem Weihnachtsmann. Der eigentliche Nikolaus geriet nach und nach in Vergessenheit. Eine der nachhaltigsten Beschreibungen der heutigen Erscheinung des Weihnachtsmannes soll aus dem Gedicht "Twas the Night before Christmas" von Clement C. Moore aus New York stammen. Für Keller ist der moderne Weihnachtsmann eine Kunstfigur aus der Werbung: "Das Rot vom Weihnachtsmann ist das Rot von Coca-Cola."

Dennoch sieht er die aus Amerika importierte Weihnachtsmann-Figur nicht nur negativ. Denn wenigstens erinnert sie an das Original: "Mit der Pudelmütze nimmt man auf eine bestimmte Art und Weise Anteil an der Nikolaus-Figur. Es ist nicht die Mitra, aber eine Reduktion davon."

Doch laut Keller gibt es auch wieder einen entgegengesetzten Trend, zurück zum Nikolaus: "Mancherorts gibt es wieder Nikoläuse aus Schokolade, nicht nur Weihnachtsmänner." Und vielleicht trifft der Nikolaus damit nicht nur den Geschmack der Kinder, sondern auch ihre Herzen. shx