Wenn Lukas Eckert sein "Werkzeug" transportiert, dann wird es schon mal eng im Auto. Der gebürtige Münnerstädter ist Musiker. Er gehört dem Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr an. Am 19. März hat er mit dem Korps ein Heimspiel. Der 22-Jährige spielt Tuba und hat an einem Besuchswochenende bei seinen Eltern eine B-Tuba, eine F-Tuba und einen E-Bass dabei. Kontrabaß und Klavier spielt er auch noch. Das gehört zur Ausbildung. Er hat sich als Zeitsoldat für zwölf Jahre verpflichtet und wird bei der Bundeswehr zu einem professionellen Orchestermusiker ausgebildet. Auf die Idee hat ihn vor einigen Jahren Thomas Reuß, der Leiter der Musikschule Münnerstadt, gebracht. Er hatte Lukas Eckert gefragt, ob er nicht Berufsmusiker bei der Bundeswehr werden will. "Da habe ich mir Gedanken gemacht", sagt Eckert. Er hat erst einmal ein Praktikum in Veitshöchheim beim Heeresmusikkorps 12 der Bundeswehr gemacht. "Als ich mit der Realschule fertig war, bin ich an die Berufsfachschule für Musik nach Sulzbach-Rosenberg", sagt der 22-Jährige. 2010 hat er bei der Bundeswehr vorgespielt und im Juli desselben Jahres seine Ausbildung begonnen.

Derzeit studiert er im Rahmen der Ausbildung an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf. Vormittags stehen Proben mit dem Orchester an. Gerade bereiten sie sich auf die Konzertereise vor. Mittags findet Einzelunterricht statt oder Gehörbildung. Daneben gibt es viele Kurse. Man braucht ein paar Grundkurse und hat dann noch Wahlfächer wie Arrangieren oder Dirigieren. "Das kann man machen. Und das sollte man auch", sagt Eckert. Mal über den Tellerrand schauen "was gibt's denn sonst noch außer meinem Hauptfachinstrument". In der Regel geht der Tag von 7.30 Uhr bis 16.15 Uhr bei der Bundeswehr. An der Hochschule nicht. Da hat Lukas Eckert zum Beispiel mittwochs von 7.30 Uhr bis 19.30 Uhr Unterricht, und danach muss er trotzdem noch proben.

Doch wer denkt, er hat sich bei der Bundeswehr nur mit Musik beschäftigt, irrt. Die Auszubildenden müssen die Grundausbildung wie alle anderen Soldaten machen. Auch ein militärischer Sanitätslehrgang gehört zur Ausbildung.

"Ich hoffe, dass ich als Berufssoldat später weitermachen kann. Die nächsten neuneinhalb Jahre habe ich einen sicheren Job", sagt er. "Der Markt ist hartumkämpft", eine Anstellung in einem Orchester zu bekommen, sei sehr schwer. Sein Vorteil gegenüber einem Studium an einer Universität: "Ich bekomme vom ersten Tag an Gehalt", sagt er.

Konzerterfahrung hat er reichlich gesammelt. Schon als Kind und Jugendlicher hatte er Auftritte mit der Musikschule. Vergangenes Jahr durfte er bereits beim A-Orchester mitspielen, weil da einige Musiker fehlten. "Das macht Mordsspaß. Es ist aber auch anstrengend und geht schon an die Substanz", sagt er. Ein bisschen Aufregung ist immer mit dabei. "Die Anspannung braucht es einfach, sonst holt man nicht alles aus sich raus", sagt der 22-Jährige. Eine gewisse Souveränität bekommt man mit den Auftritten. Fehler machen alle mal. "Wer noch nie einen Fehler gespielt hat, hatte noch nie ein Instrument in der Hand", sagt er.

Sagenhaftes Repertoire

Seine Eltern stehen voll und ganz hinter ihm. "Was die Musik angeht, haben wir uns gefreut, dass er sein Hobby zum Beruf macht", sagt Mutter Rosina Eckert. Für Vater Bernhard ist das auch in Ordnung. "Er kommt alle zwei Wochen nach Hause und bringt einen Sack Wäsche mit, das ist wie bei anderen Soldaten auch. Bis Sonntag muss alles gewaschen sein", sagt er. Die Eltern haben Lukas schon einmal bei einem Konzert mit der Ausbildungsmusikkorps gesehen, das war in Weiden. "Mein Chef ist ein begnadeter Dirigent. Er holt alles aus seinen Leuten heraus", sagt Lukas Eckert. Der Chef, das ist Oberstleutnant Michael Euler.

Vor Münnerstädtern zu spielen ist für den 22-Jährigen trotz aller Souveränitiät doch etwas Besonderes. "Das ist schon etwas anderes, vor allem, wenn man die Leute kennt", sagt Lukas Eckert. "Ich habe schon meinen halben Bekanntenkreis eingeladen." Und die, so meint er, schauen und hören ganz genau hin. "Es wird auf jeden Fall gut." "Die haben ein sagenhaftes Repertoire", sagt Vater Bernhard. Das Repertoire umfasst Märsche, symphonische Blasmusik aber auch Modernes. "Der Chef hat da einen guten Riecher, das Richtige herauszusuchen", sagt Lukas.
"So eine Konzertreise ist für die Musiker schon spaßig. Es herrscht Freude pur im ganzen Orchester, das wird echt toll", sagt er. Der Meinung ist auch Thomas Reuß. "Das wird ein Bombenkonzert", sagt der Leiter der Musikschule, Thomas Reuß. "Die sind auf einem sehr hohen Niveau", sagt Reuß. Neben Lukas Eckert werden noch zwei weitere ehemalige Schüler von Reuß bei der Bundeswehr zu Berufsmusikern ausgebildet: Felix Geßner und Dominik Schneider.