Nach fast siebenmonatiger Flucht ist am Dienstag ein 25-Jähriger von Zivilfahndern der Schweinfurter Polizei in Dittelbrunn festgenommen worden. Der Mann steht im dringenden Verdacht, zusammen mit zwei Komplizen eine große Marihuanaplantage in Maßbach betrieben zu haben.

Der letzte "Marihuana-Gärtner" ist gefasst by Infranken.de

Dort hatten Rauschgiftfahnder im September des vergangenen Jahres über 200 Pflanzen mit einem Gesamtgewicht von fast 50 Kilogramm abgeerntet. Die beiden Komplizen des jetzt Festgenommenen sitzen bereits seit Januar in Untersuchungshaft.


Wie ein Dschungel in der Karibik
Im vergangenen Herbst war ein Hinweis bei der Polizei eingegangen, wonach in der Nähe von Maßbach eine größere Marihuanaplantage betrieben würde. Diese Angaben stellten sich dann tatsächlich als wahr heraus. Am 24. September entdeckten Kripobeamte in einem umzäunten Schrebergarten, der das Bild eines Dschungels in der Karibik vermittelte, nahezu 200 teilweise über zwei Meter große Cannabispflanzen. Die Hälfte davon war in voller Blüte und die nächste Generation bereits in kleinerer Größe herangezogen. Das Gewicht der nach Entfernen der Stengel übrig gebliebenen Marihuanablüten und -blätter betrug knapp 50 Kilogramm. Außerdem wurde auch eine Platte Haschisch auf dem Grundstück beschlagnahmt.

In der Folgezeit erlangten die Fahnder bei ihren Ermittlungen relativ schnell Hinweise auf einen 25-Jährigen aus dem Landkreis Schweinfurt, der aber wie vom Erdboden verschwunden war. Seinen zwei offensichtlichen Mittätern kamen die Ermittler dann ebenfalls auf die Spur.

Der letzte "Marihuana-Gärtner" ist gefasst by Infranken.de

Die beiden 21 und 28 Jahre alten Männer aus Schweinfurt und dem Landkreis Schweinfurt wurden am 14. Januar in ihren Wohnungen festgenommen. Bei dem Jüngeren der beiden mussten sich die Beamten gewaltsam Zutritt verschaffen. Wie sich herausstellte, hatte der Beschuldigte, der die Beamten auf das Übelste beleidigte, 500 Gramm Haschisch und ein Handy aus dem Fenster geworfen. Beides wurde dann sichergestellt. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Schweinfurt wurden beide Männer dem Ermittlungsrichter vorgeführt und sitzen seitdem in Untersuchungshaft.

Etwas schwieriger gestaltete sich die Suche nach dem mutmaßlichen Haupttäter. Gegen ihn war im November auf Antrag der Staatsanwaltschaft Schweinfurt bereits Haftbefehl ergangen. Zwischenzeitlich gab es Hinweise, dass sich der Gesuchte in Frankfurt und auch in der Schweiz aufhalten könnte. Einen direkten Kontakt mit ihm gab es dann am 13. Februar am Hauptbahnhof in Würzburg. Dort wollte eine Streife der Bundespolizei den Mann kontrollieren. Dieser ergriff daraufhin allerdings sofort die Flucht und warf dabei einen Rucksack weg. Darin entdeckten die Bundespolizisten etwa zwei Kilogramm Haschisch sowie gut 20 Gramm Marihuana. Allerdings war der 25-Jährige danach erneut spurlos verschwunden.

Zu Ende war die Flucht dann am Dienstagabend. Einem Schweinfurter Polizisten war der Gesuchte in seiner Freizeit in Dittelbrunn aufgefallen. Der Beamte verständigte dann seine im Dienst befindlichen Kollegen. Als die Zivilfahnder auftauchen, suchte der Beschuldigte erneut sein Heil in der Flucht. Nach einer kurzen Verfolgung über etwa 100 Meter klickten dann jedoch die Handschellen. Bei der Festnahme wurden sowohl der 25-Jährige als auch einer der eingesetzten Polizisten leicht verletzt. Der Beschuldigte, der u.a. einige Gramm Haschisch und Marihuana sowie gut 6000 Euro mutmaßliches Drogengeld bei sich hatte, wurde am Mittwoch auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Schweinfurt dem Ermittlungsrichter vorgeführt und anschließend in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert.


Jede Menge Rauschgift
In einer Dittelbrunner Wohnung, für die der 25-Jährige auch einen Schlüssel hatte, konnten die Rauschgiftfahnder mit Unterstützung eines Rauschgifthundes noch einmal gut 400 Gramm Haschisch und knapp 40 Gramm Marihuana sicherstellen. Außerdem wurden die Kripobeamten in einer Dachschräge fündig. Hier entdeckten sie einen Rucksack mit knapp über zehn Kilogramm Haschisch. Zudem stellte sich heraus, dass der Mann bereits wieder gezielte Vorbereitungen für den Betrieb einer neuen Marihuanaaufzuchtanlage getroffen hatte. Die Rauschgiftfahnder haben Hinweise darauf, dass sich der Beschuldigte durch den weiteren Verkauf von Drogen ein finanzielles Polster schaffen wollte, um sich dann endgültig in ein südliches Land abzusetzen.

Der Beschuldigte wartet jetzt wie seine beiden 21 und 28 Jahre alten Komplizen im Gefängnis auf seine Verhandlung. Die gemeinsamen Ermittlungen der Kripo Schweinfurt und der Staatsanwaltschaft Schweinfurt wegen möglicher weiterer beteiligter Personen dauern noch an. pol