Wolfgang Lutz ist erleichtert: "Die Tür hat zum Glück dicht gehalten, wir haben keine größeren Schäden", sagt der Vorsitzende der TSVgg Hausen. Am Sonntagabend kamen plötzlich braune Fluten den Berg herunter, schnell stand die Tür ein Drittel hoch von außen unter Wasser. "Die Feuerwehr hat mit Sandsäcken abgedichtet, den Bereich leer gepumpt und die Kanäle gespült", erzählt Lutz. Auch im weiteren Stadtgebiet hatte es zum Teil Kanaldeckel angehoben.

Schlamm verstopft Straßen

Schlimmer hat es dagegen Geroda erwischt: Gegen 17.15 Uhr wurde die dortige Feuerwehr alarmiert, weil Schlamm und Steine mehrere Straßen unpassierbar gemacht hatten. Landwirte halfen mit Traktoren mit Frontladern, der Bauhof Geroda rückte mit dem Bagger an, viele Bürger nahmen Schaufel und Besen zur Hand. Bis 23 Uhr dauerten die Aufräumarbeiten.

Zu Überflutungen kam es auch an der Straße zwischen Burkardroth und Frauenroth sowie unter der Südbrücke in Bad Kissingen. Vereinzelt hätten die Wassermassen in der Kurstadt auch Kanaldeckel abgehoben. In Münnerstadt war die Bahnhofstraße zeitweise durch einen umgestürzten Baum blockiert.

Bei der Integrierten Leitstel-le Schweinfurt gingen am Sonntagabend innerhalb von vier Stunden rund 300 Anrufe ein. Die Feuerwehren im Zuständigkeitsbereich der Leitstelle rückten zu 132 Unwetter-Einsätzen aus, die meisten davon, nämlich 46, gab es im Landkreis Bad Kissingen, weitere 45 im Landkreis Schweinfurt, 21 im Landkreis Haßberge, der Landkreis Rhön-Grabfeld kam mit 13 davon. Zahlreiche Einsatzstellen wurden den Feuerwehren laut Leitstelle vor Ort direkt von den Bürgern gemeldet. "Diese sind noch nicht enthalten und müssen in den nächsten Tagen noch nacherfasst werden", teilt die Leitstelle mit.

In Bad Kissingen wurde zum ersten Mal die Kreiseinsatzzentrale alarmiert und unterstützte die ILS bei der Abarbeitung der Einsätze. Die wichtigste Nachricht aus Schweinfurt: "Verletzte gab es keine."

Auch den Straßenverkehr wirbelte "Fabienne" durcheinander: Betreff: Am Sonntagabend verlor ein 33-jähriger Pkw-Fahrer auf der A 70 im Landkreis Schweinfurt bei Starkregen die Kontrolle über seinen VW-Golf und krachte in einen vor ihm fahrenden Pkw. Verletzt wurde niemand. Beide Fahrzeuge waren nicht mehr fahrbereit und wurden abgeschleppt. Den Schaden schätzt die Polizei auf 14 000 Euro. In der Baustelle Schraudenbachbrücke auf der A 7 wehte das Sturmtief Gegenstände der Baustelleneinrichtung und Teile des Bauzauns auf die Fahrbahn. Zwei Autofahrer konnten nicht mehr rechtzeitig ausweichen und fuhren über die Hindernisse.