Diese Aussage kam gut an. Der Freistaat Bayern stehe zu seinen Staatsbädern und wolle ihre Position auf dem Markt noch weiter verstärken. Das betonte Finanzminister Markus Söder. Nach Ansicht von Söder wird der klassische Kurbereich an Bedeutung verlieren. Er sei mit Angeboten in Sachen Prävention und vor allem Livestyle für jüngere Kunden attraktiver zu machen. Es müsse in und schick sein, in die Staatsbäder zu kommen. Söder: "Wenn die Kur nicht mehr geht, kann das zu kompensieren sein über andere Angebote wie Abnehmen in zehn Tagen oder Schönheit". Aber: "Wo Staatsbad draufsteht, muss auch Qualität drin sein."

Bayerns Strategie sehe daher ein offensiveres Marketing vor mit der Grundidee, die Staatsbäder als gemeinsames Unternehmen darzustellen. Dazu brauche es ein gesamtheitliches Konzept und eine abgestimmte Linie. Söder versicherte, Bayern lasse die Staatsbäder nicht alleine.

Außerdem sprach er sich dafür aus, mehr Behörden aus dem Ballungsraum München in den nördlichen Bereich Bayerns zu verlagern. Das stärke diesen Raum und seine Attraktivität.
Ansonsten gab sich der Minister locker: "Ich bin Markus Söder aus Franken - und da bin ich daham". Und: "Wenn ihr was braucht, schreibt mir. Ich engagiere mich für Franken".

Die Bürgermeister Wolfgang Back (Bad Bocklet) und Bruno Altrichter (Bad Neustadt, beide CSU) regten an, kommunale und private Bäder mit ein zu beziehen. Landrat Thomas Bold (CSU) sprach andere Projekte wie die Telemedizin an. Auch er votierte für die Verlagerung von Behörden. Die Ämter könnten dank schneller Datenverbindungen überall arbeiten. Wie Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) begrüßte er die Absicht, die Staatsbäder offensiver zu vermarkten. Frankens Kurorte seien mit ihren Angeboten weit vorne und böten beste Voraussetzungen Kundenpotenziale im Norden zu erschließen.

Kurdirektorin Andrea Schallenkammer zeigte sich zufrieden. Dass der Finanzminister hinter den Staatsbädern stehe, sei sehr erfreulich. Sie sei seit 20 Jahren im Dienst, habe viele Höhen und Tiefen in der Kommunikation erlebt. Deshalb freue sie sich über die klare Aussage Söders. Sie begrüßte, "dass auch über Marketing nachgedacht wird".

Blankenburg hob hervor, dass, Söder und zu den Investitionen in das Luitpoldbad stehe und, wie er, das Kurhaushotel auf einem guten Weg sehe. Söder hatte gesagt, er gehe davon aus, dass im ersten Halbjahr 2013 der Kaufvertrag mit einem Privatinvestor unterschrieben wird. Blankenburg betonte, die Stadt brauche die ideelle und finanzielle Unterstützung des Staats.

Am Rande hatte Söder seine persönliche Beziehung zu Bad Kissingen geoutet: Seine Großeltern hätten sich hier kennen und lieben gelernt. Ohne Bad Kissingen gebe es ihn nicht.
Nach knapp eineinhalb Stunden schnappte sich der Politiker nochj zwei Happen vom Büffet als Wegzehrung und eilte zumnächsten Termin.