Knapp 15 Jahre gab es einen Eintrittspreis, seit 15. November ist der Geschichte: In der Kisssalis-Therme wird jetzt zwischen Sauna- und Badegästen unterschieden. "Es gibt jetzt unterschiedliche Preise für den Thermenbesucher und Gäste mit Kombikarte für Therme und Sauna", sagt Richard Pucher, Betriebsleiter der Therme. Der Grund dafür liegt in einer Änderung des deutschen Steuerrechts aus dem Jahr 2015. Zwei Stunden Thermen-Aufenthalt haben bisher 14 Euro gekostet, mit oder ohne Sauna. Neu zahlen Besucher für zwei Stunden Therme 13 Euro, mit Sauna 17 Euro. Pucher: "Wir haben lange nach Lösungen gesucht."

Was ist wie zu besteuern

Im Umsatzsteuergesetz (UstG) ist festgeschrieben, wie welche Leistung zu besteuern ist. Die so gennante Umsatzsteuer auf die meisten Produkte und Dienstleistungen beträgt 19 Prozent. Allerdings gibt es noch den ermäßigten Steuersatz von sieben Prozent. Darunter fallen Schwimmbäder, Heil- und Kurbäder - aber eben nicht die klassische Sauna. Der Grund dafür: Die Sauna taucht nicht im Heilmittelrichtlinienkatalog auf. Das Finanzamt versteuert daher einen Saunabesuch mit dem Regelsteuersatz von 19 Prozent. Vor der Gesetzesänderung 2015 hat die Kisssalis-Therme deshalb alle Eintrittsgelder pauschal mit dem ermäßigten Steuersatz versteuert.

Ärger unter den Saunafans

Saunafans und der Deutsche Sauna-Bund kritisierten die Steuererhöhung. "Wir waren dagegen, weil das Saunieren gesundheitsfördernd ist", teilt Hans-Jürgen Gensow, vom Deutschen Sauna-Bund mit. Aber: "Es ist eine Gesetzesänderung, wir müssen uns an bestehende Rechte und Gesetze halten."

Von 2015 bis zum 15. November diesen Jahres gab es in Bad Kissingen noch Übergangslösungen. "Zuerst haben wir einen Teil des Eintritts abgesplittet", sagt Pucher. Als Grundlage für diese erste Lösung dienten die Grundflächen von Sauna und Therme. Als zweiter Schritt wurde am Eingang zur Sauna ein zusätzliches Drehkreuz installiert. Das Problem dabei: Die Mitarbeiter an der Kasse mussten von jedem Gast abfragen, ob er die Sauna nutzt oder nicht.

Jetzt hat sich die Betriebsleitung zur endgültigen Abkehr vom Einheitspreis entschlossen. Bei den anderen fünf Thermen der Betreibergesellschaft sei die steuerliche Tarifänderung bereits vollzogen. "Bayern war eines der letzten Bundesländer, in denen der Sachverhalt geklärt wurde", sagt Pucher. Das Ergebnis aus den Gesprächen mit dem Finanzamt war das Aufsplitten des Preises. "Der Thermengast hat jetzt weniger Nutzungsmöglichkeiten, weil er die Sauna nicht mehr mitnutzen kann, deshalb muss er weniger zahlen", informiert der Betriebsleiter.

In der Preis-Gestaltung war die Kisssalis-Therme nicht ganz frei. Pucher: "Es gibt eine Art Richtwert des Finanzamts, an dem sich die Saunapreise orientieren." Trotz der Preiserhöhung ist das Kombiticket ähnlich teuer wie in vergleichbaren Thermen. Für Stammgäste gibt es Rabatte durch Bonuskarten und Aktionen.

403 000 Badegäste zählte die Therme 2017.

Infokasten:

Therme Zwei Stunden kosten 13 Euro, drei Stunden 17 Euro, der ganze Tag 25 Euro.

Sauna Zwei Stunden kosten 17 Euro, drei Stunden 21 Euro, ein Tagesticket 29 Euro.

Abend-Tarif Wer Mittwochs, Donnerstag und Sonntags ab 19 Uhr in der Kisssalis-Therme entspannt, muss lediglich zwei Stunden Badezeit zahlen und darf drei Stunden baden.

Frühschwimmer Zu den gleichen Konditionen können Besucher, die Montags, Mittwochs und Freitags von 9 bis 11 Uhr baden das Frühschwimmen genießen.

Rabatt Mit den Bonuskarten gibt es bis zu 20 Prozent Rabatt auf den Thermenbesuch.