"Meine Mutter ist im Pflegeheim, das Ersparte ist weg, und ich kriege nicht viel Rente", fasst Monika Schmidt die ganze Tragödie zusammen. Da blieb nur die Möglichkeit, das Haus zu verkaufen. "Es fällt sehr schwer, Haus und Laden aufgeben zu müssen", sagt sie, hängen doch auch viele Erinnerungen an die Kinderzeit daran.


Seit 1917

1917 hatte Georg Schaupp in dem Eckhaus das Geschäft für Besen und Bürsten gegründet. 1951 übernahm Antonia (Toni) Schumacher das Geschäft. 1970 machte deren Tochter Anni Schumacher weiter, bis sie 2009 aus gesundheitlichen Gründen aufhören musste. Seitdem steht Monika Schmidt hinter der Verkaufstheke.

Alle drei setzten kompromisslos auf Qualität. Geliefert wurden Bürsten und Besen, Teppichklopfer und Rasierpinsel meist von Kleinbetrieben, die den jeweiligen Inhaberinnen bekannt waren. Nagelscheren und diverse Stahlwaren ergänzten stets das Sortiment.

Angst, dass ihnen irgendwann einmal die Kundschaft ausgeht, musste die Familie nie haben. Die älteren Kunden wussten die Qualität der Waren ohnedies zu schätzen, aber auch jüngeres Klientel fand sich mit der Zeit ein. Sie alle werden nicht mehr viel Zeit haben, in diesem ganz besonderen "Tante-Emma-Laden" einzukaufen. Noch bis 30. September gibt es zahlreiche Sonderangebote. Denn mit dem Verkauf des Hauses muss alles raus.