Ist die Biotonne falsch befüllt, beispielsweise mit Batterien, Spraydosen oder Nägeln, schlägt der Detektor an, blockiert und signalisiert dem Müllwerker akustisch und optisch: Dieser Biomüll ist verunreinigt. Die Tonne bleibt ungeleert stehen. Ausnahmslos. Am Deckel baumelt eine rote Karte, das Markenzeichen des Müllsheriffs. "Wir wollen damit die Trennmoral der Bürger verbessern", sagt Abfall- und Müllentsorger Andreas Sandwall.
Seit November 2009 setzt das Kommunalunternehmen Abfallwirtschaft im Landkreis Bad Kissingen den speziellen Detekor ein, mit dem sich Störstoffe in der Biotonne erkennen und anzeigen lassen. "Die Qualität des Biomülls hat sich seitdem wesentlich verbessert. Der Müllsheriff sensibilisiert für eine richtige Mülltrennung", sagt Sandwall. In einer halbjährigen Testphase wurde zunächst die gelbe Karte gezückt. Die beanstandeten Behälter wurden von der Müllabfuhr zwar geleert, allerdings mit der Aufforderung, die Bioabfälle künftig zu trennen. In über 6000 Biotonnen wurden in diesem Zeitraum Störstoffe ermittelt. Bei einer Tour des Entsorgers in Windheim, Reichenbach und Burghausen vor einer Woche waren es von insgesamt 318 Biotonnen dagegen nur noch zwei Behälter, die fremdes Material enthielten.

Kontrolle unter Nachbarn

"Bei den meisten sind die Störstoffe im Biomüll ein Versehen", erklärt Sandwall. Ab einer Größe eines Kronkorkens signalisiert der Detektor dem Müllwerker, dass der Abfall mit Fremdstoffen befüllt ist. "Für manche Leute ist es ein richtiges Problem, wenn die Nachbarn die rote Karte sehen. Das ist eine gute soziale Kontrolle."
Der Verursacher der falsch befüllten Biotonne hat zwei Möglichkeiten: Entweder er sortiert die Störstoffe bis zur nächsten Biotonnenleerung selbst aus. Oder er kauft einen Restmüllsack und stellt die Abfälle damit einmalig bei der nächsten Restmüllentleerung bereit. Der Sack muss gut sichtbar unter den Deckel der Biotonne gelegt werden, um mit dem Inhalt der falsch befüllten Biotonne in das Müllfahrzeug der Restmülltour gekippt werden zu können.
Der zu hohe Störstoffanteil in den Biotonnen führte bereits 2007 zu Auseinandersetzungen mit den Betreibern der Kompostanlagen. Über 9500 Tonnen Bioabfall sammeln das Kommunalunternehmen und die Stadt Bad Kissingen jährlich über die braune Tonne ein.
Bei einem Störstoffanteil im Biomüll von sechs Prozent ergibt das 570 Tonnen Abfall. Übertragen auf die Müllfahrzeuge, sind das 50 Stück, die allein mit Fremdstoffen beladen sind. Deshalb, betont Sandwall, ist die rote Karte keine Strafe, "sondern eine Erinnerung, den Müll richtig zu trennen."