Von einem Wonnemonat kann zwar nicht die Rede sein, doch war der regionale Arbeitsmarkt im Mai weiter auf dem Weg der Besserung. Der mit Verspätung gestartete Frühjahrsaufschwung hat sich fortgesetzt, auch wenn die Zahlen des Vorjahrs nicht erreicht wurden.

Die warme Jahreszeit lasse zwar weiter auf sich warten, doch seien die Wiedereinstellungen nach dem langen Winter größtenteils erfolgt, sagte Klaus Seebach, der stellvertretende Leiter der Agentur für Arbeit in Schweinfurt. Eine klare Sicht auf die Saison gebe es noch nicht. Bei einigen Baubetrieben sei die Auftragslage derzeit nicht so gut, vereinzelt habe es bereits wieder Entlassungen gegeben.

Seebach rät den Betrieben, angesichts der Altersentwicklung sich schon jetzt die Fachkräfte von morgen zu sichern. Denn viele junge Menschen hätten sich nach einer relativ kurzen Beschäftigungszeit wieder stellenlos melden müssen.

Aktuell gibt es in der Region 8647 Arbeitslose. Das sind 480 weniger als April, aber 398 mehr als vor einem Jahr. Die Gesamtquote beläuft sich auf 3,6 Prozent (Vormonat: 3,8/ Vorjahr: 3,4). Für den Raum Schweinfurt ergeben sich 3,8 Prozent (3,2/ 3,7). Spitzenreiter ist mit 3,0 Prozent (3,4/ 3,0) das Rhön-Grabfeld vor den Haßbergen mit 3,3 Prozent (3,5/ 3,2). Das Schlusslicht ist und bleibt der Landkreis Bad Kissingen mit 3,9 Prozent (4,1/ 3,9). Während das Umland von Schweinfurt mit 2,8 Prozent (2,9/ 2,5) muss die Industriestadt sich mit 6,2 Prozent (6,5/ 6,1 Prozent) bescheiden.

Pflegekräfte dringend gesucht

Dazu kommen noch 3958 Hartz-IV-Empfänger (Vorjahr: 3880). Die meisten von ihnen leben im Landkreis Bad Kissingen (1042 nach 1058) und in der Stadt Schweinfurt (1053 nach 1050).

Im Mai fanden 1283 Stellenlose eine Beschäftigung. Das waren 129 weniger als im April, aber 104 mehr als vor einem Jahr. 910 haben ihren Job verloren, 70 weniger als im April und 145 weniger als im Mai 2012.
Ein deutliches Plus von rund einem Drittel hat es bei den offenen Stellen gegeben. 838 Angebote wurden gemeldet, 2243 sind derzeit noch unbesetzt. Damit wurde wieder der Wert aus dem Oktober 2012 erreicht. Die Steigerung um 208 Offerten ist auf die Saisonbelebung und auf eine Betriebsansiedlung in Bad Brückenau zurück zu führen.

Gesucht sind Mitarbeiter aus dem Hotel- und Gaststättenbereich sowie in den Gesundheitsberufen. Das gilt besonders für Pflegekräfte und Therapeuten. Bedarf hat auch das Handwerk angemeldet. Kleine und mittlere Metallbetriebe stellen ebenfalls ein. Das gilt auch für den Handel; hier allerdings nur in Teilzeit oder auf 450-Euro-Basis.

Seebach appellierte an alle Schulabgänger, unbedingt einen Beruf zu lernen. Denn die größten Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt würden auch in der Zukunft Ungelernte haben. Denn sie könnten nicht die fehlenden Fachkräfte ersetzen. Schlimmstenfalls gingen dann diese Beschäftigungsmöglichkeiten für die Region verloren.
Keine wesentlichen Änderungen gab es bei der Kurzarbeit. Hier geht die Tendenz laut Agentur für Arbeit eher leicht nach unten. 71 Betriebe meldeten vorsorglich Kurzarbeit für insgesamt 4612 Beschäftigten an. Im April waren es 76 mit 4757 Mitarbeitern. Das muss aber nicht heißen, dass alle einen Gang zurückschalten müssen.
Zurück gegangen ist die Unterbeschäftigung. 4181 Menschen (April: 4382) können aus den verschiedensten Gründen keinen regulären Job ausüben.

Nahezu ausgeglichen zeigt sich der Ausbildungsstellenmarkt. 1320 Lehrstellen sind derzeit noch unbesetzt bei 1048 unversorgten Bewerbern.

3698 Menschen (im April: 3805) sind im Landkreis Bad Kissingen arbeitssuchend gemeldet. Von den 2169 Arbeitslosen (2307) sind 1099 Männer (50,7 Prozent), 208 (230) sind 25 oder jünger, 913 (961) sind 50 oder älter. 582 (596) sind seit einem Jahr oder länger ohne Job. 225 (209) sind schwerbehindert.

558 (581) Personen mussten sich arbeitslos melden. 222 (226) kamen aus einer Erwerbstätigkeit. 690 (815) haben die Arbeitslosigkeit wieder verlassen können,
330 (412) haben einen Job gefunden. 89 (105) begannen eine Ausbildung oder andere Maßnahme. 122 (161) sind 55 oder älter, 109 (123) sind 25 Jahre oder jünger.

301 (165) Stellen wurden zur Besetzung gemeldet. 568 (489) Angebote sind noch frei.

4,1 Prozent (4,4) beträgt die Arbeitslosigkeit bei Frauen. Bei den Männern sind es 3,6 Prozent (3,9). Bei den Jungen bis 25 sind es 3,1 Prozent (3,4), bei den Älteren ab 55 Jahren sind es 5,7 Prozent (6,4). ed