Noch immer ist unklar, was aus dem Steigenberger-Areal wird, noch immer weiß niemand, wann beim "Fürstenhof" die Arbeiter loslegen. Bad Kissingen ist auf ein (besser zwei) Luxus-Hotel(s) angewiesen. Aber die beiden Millionen-Vorhaben dümpeln offenbar vor sich hin. Dauert es noch lange, bis in Deutschlands bekanntestem Heilbad fünf Hotel-Sterne funkeln?

Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD), zeigte sich optimistisch. Er hoffe, dass "bald" die Bagger anrücken: "Wir haben alles gemacht, was wir machen konnten, der Ball liegt nicht bei uns." Für den "Fürstenhof" wurde Baurecht geschaffen, beim Steigenberger warte die Verwaltung auf den Bauantrag, "den werden wir in Windeseile bearbeiten".

Voraussetzung sei der Erwerb des Steigenberger-Areals durch den Hotelentwickler, die Feuring Hotelconsulting GmbH (Mainz). Derzeit ermittele Feuring in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden die denkmalschützerischen Notwendigkeiten. Das sollte spätestens im zweiten Quartal 2013 abgeschlossen sein, dann müssten die Verträge unterschriftsreif sein.

Er gehe fest davon aus, sagte der OB, dass das Vorhaben mit Feuring realisiert werde. Er hoffe, "dass noch in diesem Jahr etwas Sichtbares geschieht."


Realisierung so schnell wie möglich

Horst Wolf, Sprecher des bayerischen Finanzministeriums, sagte auf Anfrage, der Freistaat als Eigentümer des Steigenberger-Areals wolle das Projekt "auf keinen Fall noch Jahre hinauszögern. Es solle "so schnell wie möglich" realisiert werden. Und: "Wir sind sehr zuversichtlich", dass am Kurgarten ein Haus der gehobenen Kategorie gebaut wird. Die Feuring-Gruppe - ihr wurde bis 30. Juni Exklusivität zugesichert - sei dabei, die Vorbereitungen für ein Kaufangebot zu treffen. Wolf: "Wir warten ab, was kommt". Bis Mitte des Jahres müssten die Verträge unterschriftsreif sein.

Wolf wollte das Gerücht nicht bestätigen, die Vertragsentwürfe enthielten eine Klausel, nach der bis Ende 2016 der Hotelbetrieb begonnen haben müsse.

Falls es zu keiner Einigung mit Feuring komme, würden "die Karten neu gemischt, dann müsse man mit der Stadt reden." Dann hätte auch Gert Prantners RIMC-GmbH wieder Chancen. Auf der RIMC-Homepage ist das Vorhaben als "Projekt in Entwicklung" noch gelistet.

Dazu wird es wohl nicht kommen. Bayerns Finanzstaatssekretär Franz Josef Pschierer (CSU) hatte kürzlich vor dem Haushaltsausschuss des Landtags gesagt, es gebe einen Vorvertrag mit einem international renommierten Hotelbetreiber, der noch nicht genannt worden ist. Die Banken prüften die Finanzierung. Alle sei aus seiner Sicht auf einem guten Weg.

Von Feuring-Geschäftsführer Matthias Lowin war keine Stellungnahme zu bekommen.


Klage gegen Baugenehmigung

Über dem Projekt "Fürstenhof" - Eigentümerin und Bauherrin ist die "Fürstenhof" SA (Pully in der Schweiz) - schwebt das Damokles-Schwert eines Prozesses. Eine Nachbarin hat gegen die Baugenehmigung Klage erhoben. Das Verwaltungsgericht Würzburg verhandelt darüber am 28. Februar. Die Klägerin verwies auf ihren Anwalt. Der ließ lediglich lapidar ausrichten: "Kein Kommentar."

OB Blankenburg, selbst Rechtsanwalt, sagte, das Anfechtungsklage habe keine aufschiebende Wirkung, "sie könnten anfangen zu bauen." Das Gericht werde die abweisen und der Stadt Recht geben. Blankenburg findet es aber "schade, dass ein für Bad Kissingen so wichtiges Projekt blockiert wird."

Die Arbeiten hätten noch nicht begonnen, "weil wir den Gerichtstermin abwarten wollen", sagte "Fürstenhof"-Projektleiter Harald Dau. Die Verhandlungen mit den noch ungenannten potenziellen Betreibern von Hotel und Spa seien "auf der Zielgeraden". Es stehe noch nicht fest, wann sie unterschrieben würden. Das solle "so schnell wie möglich geschehen".

Feuring plant auf dem Steigenberger-Areal ein Fünf-Sterne-Haus mit 145 Zimmern und Suiten, 35 Eigentumswohnungen, größerer Tiefgarage, Geschäften, Praxen und Büros sowie Fitness- und Spa-Bereich. Die mutmaßlichen Kosten wurden im August 2012 mit 55 bis 60 Millionen Euro beziffert.

Fünf Sterne soll das Grandhotel "Fürstenhof" bekommen. Geplant sind für 80 Millionen Euro 123 Zimmer und Suiten, Restaurants, Café, ein Konferenzzentrum, Spa-Bereich, Schwimmbad, Park und Tiefgarage. 35 Appartements in drei neu zu bauenden "Residenzen" sollen verkauft werden.