Ein kleines Floß symbolisiert eine musikalische Reise entlang der fränkischen Saale. Von den Quellen bis zur Mündung der 140 Kilometer langen Fränkischen Saale entfalten sich im Monat Juni und Juli insgesamt 55 kulturelle Veranstaltungen im Rahmen des Festivals "SaaleMusicum". Wie bei einem Staffellauf wird dabei die Musik durch Veranstaltungen an der Saale und ihren Zuflüssen von Ort zu Ort weitergereicht und dadurch die gesamte Region über drei Landkreise von den Quellen bis zur Mündung ins rechte Licht gerückt.

Von Anfang an war der romantische Innenhof von Schloss Aschach die Bühne für eine musikalische Präsentation des Kurortes Bad Bocklet und seiner Gemeindeteile. Heuer machte das Wetter den Veranstaltern einen Strich durch die Rechnung, so dass man in die Museumsscheune im Park des Schlosses ausweichen musste. Doch diese erwies sich als adäquater Spielort. Mit einem besonderen Charme des Familiären passte die Örtlichkeit für einen stimmungsvollen Abend.

Den Anfang machte der Gesangverein Aschach unter der musikalischen Leitung von Thomas Betzer mit gemütlichen Wander-, Heimat- und Abendliedern. Dabei zeigte der gemischte Chor mit seinen 14 Sängerinnen und Sängern eine beeindruckende Bandbreite. Mal a cappella, mal von Betzer am E-Piano begleitet, erklangen so bekannte Weisen wie "Was noch frisch und jung an Jahren", "Freunde, lasst uns wandern" oder "Heute hier, morgen dort". Erfrischend waren die Interpretationen in Dynamik und Rhythmus.

Die Zweite im Bunde, als Kontrast zum Chor, war die Postkapelle Bad Kissingen unter der Leitung von Stefan Matthes. Als charmante Moderatorin leitete Christine Metz von Musikstück zu Musikstück über und brachte den Zuhörern den Begriff Heimat, Dialekt und Brauchtum nahe. "Unsere große Liebe ist die böhmische Blasmusik", sagte Stefan Matthes. Daher erklangen überwiegend Melodien von Ernst Mosch. Auch wenn diese Musik nicht zu Frankens Kultur zählt, waren die Zuhörer von der Kapelle begeistert. Als Solisten präsentierten sich Tanja Mauder (Flügelhorn) und Peter Kleinhenz (Tenorhorn) und dem Solo für Flügelhorn "Erinnerungen" von Michael Geisler. Bei dem bekannten Bravourstück "Die Post im Walde" von Heinrich Schäfer, war Dieter Limpert der Solotrompeter.

Kuno Holzheimer, der musikalische Leiter der Bayerischen Musikakademie Hammelburg, überreichte das Floss des "SaaleMusicums" an Bürgermeister Andreas Sandwall (CSU) mit den Worten: "Wie alle Jahre wieder freuen wir uns hier zu sein. Dazu passt sehr gut die Museumsscheune - wenn das nicht ein Stück Heimat ist." "SaaleMusicum" finde bei jedem Wetter statt und sei ein Element unserer Region und fränkischen Heimat. Bürgermeister Andreas Sandwall betonte, dass er in all den Jahren jedes Konzert des Festivals auf Schloss Aschach besucht habe. Er dankte der Museumsleiterin von Schloss Aschach, Josefine Hoske, dass sie die Scheune zur Verfügung gestellt habe. Die Museumsscheune solle zukünftig auch für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden. "Alles was wir Schönes zu bieten haben, wollen wir hier präsentieren", so der Bürgermeister. So waren zwei Stunden "Aschacher Schlossserenade", in der bis auf den letzten Platz besetzten Museumsscheune, der erste spannende und verzaubernde Auftritt, dem hoffentlich noch viele weitere folgen werden.