, Kari Kahl-Wolfsjäger hätte an der 57. Stadtratssitzung teilgenommen, in der es nicht öffentlich um den Kissinger Sommer gegangen war, "und jetzt erörtert sie mit Bürgern öffentlich mein Abstimmungsverhalten", klagte Schick. Das gehe nicht an, und darüber möge der Oberbürgermeister die Intendantin aufklären.

OB Kay Blankenburg (SPD) äußerte sein "Bedauern, sollte es so gewesen sein." Wolfsjäger sei eine "erfahrene Mitarbeiterin der Stadt", die das auch wissen müsste. Leiner meinte, Kahl-Wolfsjäger könne "kein Mitglied der Verwaltung" sein. Dass sie in der besagten Sitzung dabei war, erklärte der OB damit, dass das Kissinger Sommer-Programm bisher nicht von ihr, sondern von Gerhard Glöckler vorgestellt wurde. Er habe grundsätzlich keine Bedenken, dass eine externe Person an Sitzungen teilnehmen, so der OB, aber er werde die Intendantin auf ihre Verschwiegenheitspflicht hinweisen.

In derselben Sitzung hatte der OB bei Stimmengleichheit eine Abstimmung (5:5 gegen CSU und Freie Wähler) verloren. Denn er hätte es für sinnvoll erachtet, dass Bad Kissingen sich an der Arbeitsgemeinschaft (AG) "Frankens Saalestück" finanziell beteiligt. Bad Kissingen war anno 2009 bei deren Gründung dabei gewesen, wie andere acht Gemeinden, darunter Frankens älteste Weinstadt Hammelburg.

Einer der sichtbaren Erfolge der AG sind die an der Autobahn aufgestellten braunen Hinweisschilder auf "Frankens Saalestück." Damit sollen mehr Gäste ins Saaletal gelockt werden, Weintouristen und andere. Und zum Saaletal gehört Bad Kissingen ja auch dazu. Ob dadurch tatsächlich mehr Touristen in die Stadt kommen, könne er freilich nicht versprechen. Kay Blankenburg erinnerte daran, dass dereinst schon Henry Ford sinnierte: "Die Hälfte der Werbung ist rausgeschmissenes Geld. Aber welche Hälfte?"

Fakt war jedenfalls gewesen, so trug auch Pressesprecher Thomas Hack vor, dass in Werbebroschüren der AG Bad Kissingen nicht mehr gelistet war. Der Grund: Die Stadt hatte sich nicht an den laufenden Kosten, unter anderem für eine Projektmanagerin, beteiligt. Daher der Vorschlag des OB: sich 2013 wieder zu beteiligen, die Beteiligung aber auf 9000 Euro zu begrenzen und im Folgejahr erneut darüber abzustimmen.

Aber dafür bekam er keine Mehrheit. Otto Funck (FW) etwa sah keinen Mehrwert für Bad Kissingen, wenn es sich beteilige, zumal die Stadt umgekehrt umliegende Gemeinden auch nicht an Kosten wie etwa der Eishalle beteiligen könne. Und Klaudia Schick plädierte dafür, dass die Stadt sich mit derlei nicht verzetteln, sondern bei ihren Projekten bleiben solle. Zumal, wie sie betonte, auch noch große Projekte anstehen.