Etwas mehr als 600 000 Euro hat die Bezirksregierung Unterfranken seit Oktober in den Umbau des Aschacher Schlossrestaurants, die Ausstattung des neuen Museumsshops und die Verglasung der großen Tordurchfahrt gesteckt. Nach sechs monatiger Betriebspause läuft inzwischen alles wieder auf vollen Touren, obwohl noch letzte Arbeiten ausgeführt werden. Aber Ende Juni soll alles fertig sein.

Eingang aufgewertet

Gerade setzen die Glaser große Scheiben in die neue Metallhalterung ein, mit der die hohe Toreinfahrt zum Schlosshof beidseitig abgeschlossen wird. Die Postkutsche muss neuerdings außen herum fahren. "Die Glastüren sollen im Sommer zwar offen stehen", sagt Annette Späth, die als Leiterin der Aschacher Schlossmuseen die Bauaufsicht hat. "Aber im Winter können Gäste des Restaurants wettergeschützt die renovierten Toiletten gegenüber im Gesindehaus aufsuchen."
Außerdem hat Schlosswirt Rainer Ernst im breiten Torbogen eine neue Möglichkeit für kleine Cocktail-Empfänge. Späth: "Die Eingangssituation ist dadurch deutlich aufgewertet."

Küchenumbau: 500 000 Euro

Vieles ist für den Schlosswirt und seine Mitarbeiter jetzt besser geworden. Allerdings musste er das Restaurant im Oktober für ein halbes Jahr schließen. Zur Überbrückung fand er eine Anstellung in einem Schweinfurter Hotel. "Das hat gut gepasst." Aber der Betriebsgesellschaft, die das Schlossrestaurant gepachtet hat, fehlten in diesen sechs Monaten die Einnahmen. Seit Ostern ist jetzt wieder täglich außer montags geöffnet.
Allein die aufwändigen Umbauten im Küchenbereich kosteten eine halbe Million Euro. Im neuen, knapp 60 Quadratmeter großen Anbau zur Parkplatzseite sind jetzt alle Arbeitsflächen vereint. Die Koch- und die Kalte Küche liegen hier mit der Spülküche zusammen.

WC für Behinderte

Außerdem sind das Trockenlager und die Kühlräume endlich in Griffweite. Bisher waren die Kühlräume nebenan im Gesindehaus. Ernst: "Wir mussten ständig hin und her laufen. Ein unhaltbarer Zustand." Auch der Müll wird jetzt für die Gäste unsichtbar gelagert.
Arbeitete Ernst früher auf nur 30 Quadratmetern, sind es nun knapp über 40 geworden. Immer noch recht eng für ein Restaurant mit 75 Innenplätzen und im Sommer ebenso vielen Terrassenplätzen. Zumal auch einige neue Geräte für die Küche zusätzlich untergebracht werden mussten. Aber: "Die Arbeitsabläufe sind jetzt etwas besser."
Doch einige Unzulänglichkeiten gibt es auch nach diesem Umbau: "Manches ist nicht rund gelaufen", bedauert der erfahrene Gastronom. "Ich muss damit leben." So behindert eine offen in der Küche stehende Brandschutztür den Durchgang zum Arbeitstisch. "Mit dem Servierwagen kommt hier keiner durch."

Museumsshop

Ein kleiner Bereich des in modernem Design gestalteten Gastronomie-Anbaus wurde als Behinderten-WC ausgebaut, das vom Restaurant wie auch vom Park zu betreten ist. "Das ist für die Besucher der Museen wichtig", betont deren Leiterin Annette Späth. Behindertengerecht ist auch der neue Museumsshop, der im Erdgeschoss in den ehemaligen Stallungen des Gesindehauses gerade eingerichtet wird.
Stolz zeigt sie hier auf die schweren Deckenbalken aus Eiche: "Aus dem 16. Jahrhundert."
Vorher waren hier ein Lager und die Kühlräume des Restaurants. Jetzt wurde die Zwischenwand entfernt, so dass auf knapp 40 Quadratmetern künftig nicht nur Souvenirs, heimatkundliche Literatur oder heimische Produkte, sondern auch die Eintrittskarten verkauft werden. Bisher mussten Besucher erst die Treppen ins Luxburg-Museum hoch.

Gestiegene Einnahmen

"Wir hoffen, mit dem erweiterten Shop-Angebot unsere Einnahmen steigern zu können." Im vergangenen Jahr sei dies schon um 23 Prozent gelungen. Späth schmunzelt: Den Euro-Betrag will sie dann doch nicht verraten. Aber die Besucherzahl von 11 000 nennt sie gern. "Immerhin mussten wir wegen der Baumaßnahmen schon am 30. September einen Monat früher als sonst schließen. Trotzdem konnten wir die Zahl um 15 Prozent steigern." Seit April sind die Museen nun wieder täglich außer montags geöffnet.

Die Zeit drängt

Noch laufen die letzten Arbeiten. Die Handwerker müssen sich beeilen. Denn der Kulturausschuss des Bezirkstages hat sich für den 24. Juni angemeldet, um die Ergebnisse der kostenaufwändigen Umbauten am Schloss persönlich in Augenschein zu nehmen. Späth: "Spätestens dann muss natürlich alles fertig sein."

Öffnungszeiten

Museen Schloss Aschach
täglich ab 14 Uhr, sonn- und feiertags ab 11 Uhr, Schlusszeiten unterschiedlich je nach Museum, montags geschlossen.

Aktuelle Ausstellung "Griffel, Füller, Tintenkiller", Volksschulen im ländlichen Bayern 1945 - 1970.

Schlossrestaurant täglich 11 - 22 Uhr, sonntags 11 -18 Uhr, montags Ruhetag.