30.000 Hühner produzieren auf dem Hof der Familie Vogler pro Tag 20.000 bis 25.000 Eier. Der Betrieb wurde mehrere Male umgebaut, wie Paula Vogler erklärt: von Bodenhaltung zu Käfighaltung und wieder zurück zu Bodenhaltung. Nun ist auch noch ein Stall für Freilandhühner geplant.

Der Hof ist für Ilse Aigner ein gutes Beispiel dafür, "dass sich landwirtschaftliche Betriebe entwickeln müssen". Die Zeiten, da der Bauer nur drei Hühner hielt, sind für sie vorbei. "Es macht uns aber zu schaffen, weil das Bild aus der Vergangenheit hochgehalten wird", sagt die Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Sie wirbt dafür, die Landwirtschaft unter realen Bedingungen zu betrachten.

Diese realistisch gesehene Landwirtschaft geht für Aigner dabei nicht zwangsläufig zu Lasten von Tier und Umwelt. "Wer von Regionalität spricht, muss sie auch unterstützen. Er muss akzeptieren, dass Ställe gebaut werden", erklärt die Ministerin.

Die Dachmarke Rhön ist für Aigner ein gutes Beispiel für die Förderung regionaler Produkte. Auch der Betrieb der Familie Vogler ist für die Eierproduktion mit dem Qualitätssiegel Rhön zertifiziert. Die Futtermittel kommen laut Paula Vogler zu 60 Prozent aus der Region.

Aigner betont, dass die Landwirtschaft in Deutschland bei den Direktzahlungen die Umstellung schon hinter sich hat: Die Gelder seien von der Produktion entkoppelt und nur an die Fläche gebunden. Daher lasse sie nicht zu, dass "der Berufsstand verunglimpft wird".

Auch Manfred Greubel, Kreisvorsitzender der CSU-eigenen Arbeitsgemeinschaft Landwirtschaft, sieht die Bauern in ein schlechtes Licht gestellt. "Die Darstellung des Standes tut weh", sagt er. Konkrete Sorgen macht sich Paula Vogler nach Berichten in der landwirtschaftlichen Fachpresse: Sie fürchtet, dass ukrainische Eier aus Käfighaltung über den Umweg der Weiterverarbeitung nach Deutschland kommen und dem Betrieb Konkurrenz machen könnten. Aigner verspricht daher, sich für eine Kennzeichnungspflicht auch für Eierprodukte einzusetzen.