Voller Optimismus blickt Bad Bocklets Bürgermeister Andreas Sandwall (CSU) auf das Jahr 2020. In seiner Festrede zum Neujahrsempfang empfahl er dies auch allen Mitbürgern angesichts der positiven Entwicklung der Marktgemeinde. Höhepunkt des gesellschaftlichen Jahresauftakts, zu dem wieder Gäste aus Politik und Wirtschaft, Ehrenbürger und Ehrenamtliche erschienen waren, waren die Auszeichnung langjährig verdienter Feuerwehrmänner sowie die Glückwünsche der Gemeinde an Mitbürger für herausragende Leistungen. Es spielte die Musikkapelle Bad Bocklet unter Leitung von Arno Holzheimer.

In Erinnerung an das Jahr 2019 mit katastrophalen Brände am Amazonas und in Australien, mit Demonstrationen in Hongkong, dem rechtsextremistische Anschlag in Halle und der Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke gab Sandwall zu bedenken: "Die Welt wird immer verrückter. Wie weit sind wir gekommen, wenn sich jetzt schon Bürgermeister bewaffnen wollen?"

In Bad Bocklet sei dagegen die Welt in Ordnung. "Wir hatten auch nie Probleme im Zusammenleben mit unseren Asylsuchenden." Von den Großen dieser Welt, von denen er Boris Johnson und dessen Brexit-Pläne namentlich nannte ("Es wird höchste Zeit, dass dieses Elend endlich ein Ende hat."), wechselte Bad Bocklets Bürgermeister zu den Kleinen der Bockleter Marktgemeinde und drückte seine Freude darüber aus, dass nach Verteilung der Schwimmkurs-Gutscheine inzwischen 28 Nichtschwimmer ihr Seepferdchen-Abzeichen gemacht haben.

Beispielhaft für ein erfolgreiches Jahr nannte er die erste Azubi-Messe 2019 mit 28 Ausstellern, die sich beim zweiten Mal am vergangenen Samstag sogar auf 43 Aussteller hatte steigern können. Der Finanzhaushalt 2018 hatte ein "sehr gutes Ergebnis und keine Neuverschuldung", sondern durch weiteren Schuldenabbau konnte der durchschnittliche Schuldenstand pro Einwohner auf nur 200 Euro gedrückt werden. "Wir waren schon mal bei 1600 Euro", rief er den Gästen in Erinnerung.

Gute Finanzlage

Die gute Finanzlage erlaubt es auch, die Feuerwehren der Ortsteile schrittweise gemäß dem im Vorjahr erstellten Feuerwehrbedarfsplans mit neuem Gerät und neuen Fahrzeugen auszustatten. Für die Staatsbad-Feuerwehr wurde ein Löschfahrzeug LF20 für knapp 390 000 Euro angeschafft, ein LF10 für Steinach wird folgen.

Kulturelle Höhepunkte wie das Sommerfestival des Hörfunksenders Bayern 1, Fortschritte in der gewerblichen Entwicklung, neue Infrastrukturmaßnahmen wie die 515 000 Euro teure, 30 Meter lange Fußgängerbrücke über die Aschach - "unsere Golden Gate Bridge" - oder die Workshops für den Bau des geplanten Kindergartens in Steinach und der Grund- und Mittelschule im Staatsbad mit ergänzender Mehrzweckhalle ("Wir müssen eine bauen, die alte ist marode."), die Ausweisung von Neubaugebieten, die Neugestaltung der Spielplätze in allen Ortsteilen und vieles mehr zählte Bürgermeister Sandwall als positive Zeichen für eine erfolgreiche Weiterentwicklung der Marktgemeinde auf. "Ich gehe deshalb absolut optimistisch ins Jahr 2020. Es gibt auch gar keinen Grund, anders zu denken."

Landtagsabgeordneter Sandro Kirchner (CSU) teilte diese Sicht. "Hier sieht man, wie gut sich die Dinge entwickeln können. Sie brauchen also keine Angst vor der Zukunft zu haben." Allen Ehrenamtlichen dankte Kirchner für deren freiwillige Leistung in der Freizeit: "Sie sind die Seele und das Gesicht ihrer Marktgemeinde."

Auch Landrat Thomas Bold (CSU) bestätigte, Bad Bocklet sei "als Gesundheits- und Wirtschaftsstandort im Landkreis nicht mehr wegzudenken", wofür vor allem das starke Wachstum im Laborwesen bezeichnend sei.

Im Zusammenwirken mit Kirchner wolle er dafür sorgen, dass die erforderlichen Azubis nicht mehr in Würzburg, sondern bald in Bad Kissingen zur Berufsschule gehen können. Bold würdigte die freiwillige Leistung aller Feuerwehren. Ein Landkreis mit einer Grundfläche von 1100 Quadratkilometern und einem Durchmesser von 80 Kilometern brauche diese Freiwilligen. "Eine hauptamtliche Feuerwehr dieser Größe können wir uns nicht leisten." Auch allen anderen Ehrenamtlichen dankte Bold: "Die Lebensqualität einer Gemeinde erschließt sich daraus, dass es Menschen gibt, die mehr als das Notwendige leisten."