Die Optimierung ihres DSL-Anschlusses müsse von den Bürgern selbst organisiert werden. Er versprach jedoch, sich mit der Telekom in Verbindung zu setzen, damit die Riedenberger primär einmal informiert werden könnten.
"Das ist aber nie geschehen", sagte Gemeinderat Norbert Schneider (Freie Wählergemeinschaft Riedenberg), der das Internet auch beruflich nutzt. "Ich hatte überhaupt keine Probleme, einen Ansprechpartner zu erreichen. Es hat genau drei Telefonate gedauert - und der heutige Termin stand", sagte Schneider am Freitagabend bei der von ihm und den Gemeinderäten der Freien Wähler und der CSU organisierten Informationsveranstaltung. "Ich kann nicht verstehen, dass es unserem Bürgermeister angeblich nicht gelungen ist, jemanden zu erreichen." Es sei "definitiv keine Wahlveranstaltung", widersprach Schneider den Vorwürfen von Bürgermeister Römmelt, "mir ist es einfach ein Anliegen, hier etwas zu bewegen."
In letzter Zeit habe er sich oft ein und dieselbe Frage stellen lassen müssen: "In allen Dörfern rund um Riedenberg war es den Gemeindeoberhäuptern wichtig, ihre Bürger mit diesem in Zukunft unerlässlichen Standard zu versorgen. Warum fühlt sich nur in Riedenberg die Gemeinde nicht dafür verantwortlich?"
Das habe ihn dazu bewogen, "hier etwas auf den Weg zu bringen. Vor allem, als ich in Erfahrung bringen konnte, dass die bayerische Staatsregierung 130 Millionen Euro Fördergelder für die Internetversorgung in strukturschwachen Gebieten zur Verfügung stellt." Klaus Markert, Leiter für Montage und Betrieb bei Telekom, war als Referent ins Riedenberger Sportheim gekommen und informierte, dass 50 bis 80 Prozent der Kosten als Förderung fließen.
In manchen Ortsgebieten in Riedenberg stehen derzeit weniger als 384 Kbit/s zur Verfügung. Das Verschicken von Bildern dauert momentan eine gefühlte Ewigkeit. Auch das, was von draußen rein kommt, ist meistens so groß, dass es gar nicht empfangen werden kann. Fatal ist dies für Berufstätige oder Gewerbetreibende. "Bei uns geht gar nichts, wenn wir zu zweit im Internet arbeiten", sagte Benjamin Schneider.
Wilfried Helfrich, Chef von "Ingenieure Main-Rhön", betonte: "Unser Ziel muss es sein, jeden Haushalt in Riedenberg mit mindestens 16 Megabite Bandbreite auszustatten. Dies benötige nicht nur ich für die Verbindung zu meinen Ingenieurbüros in Schweinfurt und Bad Kissingen, sondern auch Mitarbeiter, die als Halbtagskräfte oder als Mütter auf ein Büro zu Hause mit professionellem Internetanschluss angewiesen sind und die so ihr Leben mit Familie optimiert meistern können."
Auch Klaus Schumm, der den in Riedenberg ansässigen Schreinerbetrieb führt, zeigte sich besorgt. "Ich finde es fast tragisch, dass die Gemeinde die Notwendigkeit nicht sieht. Den Standortvorteil ,schnelles Internet' sollte Riedenberg unbedingt erkennen, damit jungen Familien, aber auch Unternehmen in Riedenberg eine zukunftsfähige Infrastruktur geboten wird, um dauerhaft in Riedenberg bleiben zu können, oder auch als Anreiz, sich hier neu niederzulassen.Wie Bürgermeister Römmelt ja schon selbst erkannt hat, reduziert sich die Einwohnerzahl andauernd. Die Gründe dafür hat er ja durch Wegzüge auch schon definiert. Die bessere Internetversorgung wäre eine erste und ganz wichtige Maßnahme, dem entgegen zu steuern."

Unterschriftenliste


Spontan beschlossen die anwesenden Bürger, eine Unterschriftenliste herumzureichen und auch noch weitere zu sammeln, um dann einen offiziellen Antrag an die Gemeinde zu stellen. Denn, wie Klaus Markert betonte: "Wir können erst tätig werden, wenn die Gemeinde als Vertragspartner auftritt. Bürger, die sich eigenständig für die Breitbandversorgung in der ganzen Gemeinde einsetzen, dürfen diese Verträge gar nicht abschließen."