Das passiert selten in einer Sitzung des Wirtschafts- und Umweltausschusses: Herzlichen Beifall erntete CSU-Sprecher Siegfried Erhard, als er erneut unterstrich, warum die Ortsumgehung von Eltingshausen, die neue Kreisstraße KG43, bald kommen muss. Das genau hat der das Gremium dann auch einstimmig beschlossen.

Knapp 30 Bürger, ein Kleinkind inklusive, hatten mit Schildern und Infoblättern für das seit vielen Jahren geforderte Projekt höchst gesittet protestiert. Ihre Anwesenheit steigerte das Redebedürfnis der Räte enorm. Sie wäre gar nicht notwendig gewesen. Der Kreistagsausschuss wollte das Vorhaben sowieso in die Gänge bringen.

Denn, so Landrat Thomas Bold (CSU), es sei nicht zu erwarten, dass der Bund den Autobahnzubringer zeitnah realisieren lässt. Deshalb: "Wir springen für den Bund in die Bresche, der die B286 neu schon vor zehn Jahren hätte bauen sollen". Er rechne nicht damit, dass das in den nächsten fünf bis zehn Jahren geschehen wird, so Bold.

Die Eltingshäuser Ortsdurchfahrt nimmt zudem große Teile des Schwerlastverkehrs von der Autobahn A71 in Richtung Bad Kissingen auf, sie habe daher erheblichen Schaden genommen.


Hohe Förderung

Der Landkreis könnte eine entsprechende Entlastung schaffen. So seien dafür zunächst 1,3 Millionen Euro in den Haushalt eingestellt worden. Jetzt gehe man von 6,41 Millionen Euro Kosten aus. Das sei "immens".

Aber: Bold erwartet eine relativ hohe Förderung von 4,13 Millionen Euro. Auch würden sich der Freistaat und die Gemeinde Oerlenbach an den Kreiseln beteiligen. Der Eigenanteil des Landkreises reduziere sich somit auf 1,46 Millionen Euro.

Einen großen Teil der benötigten Grundstücke hat der Kreis laut Bold erwerben können. Sollte es gelingen, auch die anderen Eigentümer zum Verkauf zu bewegen, käme man ohne Planfeststellungsverfahren aus. Dann könnten im Herbst die Ausschreibungen erfolgen, Baubeginn wäre im Frühjahr.

Bei einem förmlichen Planfeststellungsverfahren - gegebenenfalls mit Enteignungen - sei mit einer Verzögerung von anderthalb bis zwei Jahren zu rechnen. Aber auch hier zeigte sich Bold optimistisch: Die Zahl der zu erwartenden Einwendungen nannte er "überschaubar", da viele Träger öffentlicher Belange schon an der Planung der ähnlichen B286 neu beteiligt waren.

Wolfgang Back (CSU) regte an, auf die Grundeigentümer einzuwirken, um deren Verkaufsbereitschaft zu steigern.


"Licht am Ende des Tunnels"

Siegfried Erhard sagte, "endlich sehe ich Licht am Ende des Tunnels".Die Straße werde sei für viele ein wichtiges Anliegen. Die Bürger litten seit vielen Jahren unter dem Straßenverkehr. Die Lösung sei "dringend notwendig". Der Landkreis sollte möglichst schnell handeln.

Bold betonte, dass durch die neue KG43 die Belange der Landwirte nicht tangiert würden, ganz im Gegenteil.


Lückenschluss denkbar

Sie werde mit 7,50 Metern die breiteste Kreisstraße, sagte Tiefbauchef Jürgen Dobler. Nach seinen Angaben führt die Trasse ab dem Umspannwerk am Ort vorbei bis zur früheren B19. Vorgesehen seien ein Lärmschutzwall und auch eine 30 Meter lange Überführung für landwirtschaftliche Fahrzeuge.

Bold wagten einen Blick in die fernere Zukunft. Denkbar wäre - irgendwann - ein Lückenschluss in Richtung Arnshausen. Damit könnte unter Umständen eine Aufstufung zur Bundesstraße verbunden sein. Eine solche Aufstufung der KG43 hat allerdings die Oberste Baubehörde abgelehnt, da das Straßennetz mit der A71 neu erstellt werde.