Ein kleiner Schritt für die Menschheit, aber ein enorm großer Schritt für jeden Premicher, Gefäller und Stralsbacher: Der Breitbandausbau ist jetzt auch in ihren Gemeindeteilen abgeschlossen. Durch die Freischaltung stehen jetzt auch ihnen im Internet Bandbreiten von 16 Megabits pro Sekunde (MBits/s) zur Verfügung. Damit bekommen sie nicht nur einen schnellen Anschluss an das world wide web, sondern auch an die heute gültigen Standards.

Mit der Beendigung dieses Bauabschnitts sind jetzt alle Gemeindeteile des Marktes Burkardroth angeschlossen und freigeschaltet. Eigentlich sei die Breitbandversorgung gar nicht die Aufgabe der Gemeinde, betonte Bürgermeister Waldemar Bug (ödp) bei der offiziellen Freischaltung: "Aber wir haben uns engagiert, um nicht abgehängt zu werden."

330.000 Euro hat dieser zweite Bauabschnitt gekostet, von denen nur noch 100.000 Euro von der Regierung von Unterfranken gefördert wurden. "Der Rest ist am Markt Burkardroth hängen geblieben. Das Auslaufen der Förderung war auch der Grund, warum es bei den Bauarbeiten zu Verzögerungen kam. Eigentlich sollte die Freischaltungszereonie bereits im letzten Winter über die Bühne gehen. Aber Waldfenster, Katzenbach, Lauter und Oehrberg mussten erst zu Ende gebracht und abgerechnet werden, bevor die Förderfrist auslief.

Aufrüsten für die Industrie


Jürgen Weigand, Vertriebsleiter HAB-Net-DSL bei den Stadtwerken Hammelburg, die bei der Ausschreibung den Zuschlag erhalten hatten, wies darauf hin, dass mit der Funktionsertüchtigung erst einmal alle Arbeiten abgeschlossen seien. Alle erforderlichen Trassen seien gelegt, die Übergänge, auch zu den Übertragungsanlagen der Telekom, installiert. Damit sei allerdings erst der Anfang der Interneterschließung gemacht, vor allem dann, wenn der ländliche Raum auch für Industrieansiedlungen attraktiv gemacht werden solle. Das nächste Ziel sei, gerade im Hinblick auf industrielle Erfordernisse, eine Ausweitung auf 50 MBit/s, was den verstärkten Einsatz von Glasfaserkabeln zur Folge hätte. Die technischen Voraussetzung dafür sind bereits gegeben.

Im Moment müssten sich mehr als 200 Premicher, Gefäller und Stralsbacher Internetnutzer anmelden, bis eine Kapazitätserweiterung erforderlich würde. Auch das, so Weigand sei kein Problem. Er habe schon einige Anmeldungen bekommen, die im August und September freigeschaltet werden sollen. Mit den Preisen bewege man sich "im unteren Level". In dem Moment, in dem sich die Investitionskosten der Stadtwerke Hammelburg amortisiert hätten, könne man auch über eine Preissenkung nachdenken: "Da spricht nichts dagegen. Je mehr anschließen, desto schneller geht es."

Weigand wies auf einen Nebenaspekt der neuen Anlage hin: Auch das Telefonieren gehe jetzt über das Internet bis zur nächsten Vermittlungsstelle. Die Tonübertragung bekomme dadurch ISDN-Qualität.