"Es ist alles möglich", sagt Rudi Neu, Leiter der Pressestelle im Polizeipräsidium Südosthessen in Offenbach. Der Fall eines Zeitlofsers, der in der Nacht von Montag auf Dienstag blutüberströmt auf dem Parkplatz am Bahnhof in Bad Soden-Salmünster, scheint knifflig zu sein.Das Fahrzeug des Opfers - ein schon etwas in die Jahre gekommener, silbergrauer Mercedes C-Klasse - ist inzwischen in Schlüchtern gefunden worden. Doch mit dem Fund tun sich für die Beamten viele weitere Fragen auf.

Der Kern: Was macht das Fahrzeug am Bahnhof in Schlüchtern, wenn dessen Besitzer rund 17 Kilometer weiter tot am Bahnhof in Bad Soden-Salmünster liegt, und zwar mitten in der Nacht? Hatte gar der Täter - denn die Polizei geht aufgrund der Schwere der Kopfverletzungen von einem Gewaltverbrechen aus - sich nach der Tat ins Auto gesetzt und ist einfach davon gefahren? Und wer ist der mysteriöse Anrufer, der die Polizei gegen 3.20 Uhr rief? Da freilich kam jede Hilfe für den Sterbenden zu spät.


Akribische Suche nach den Motiven für die Tat

"Die Nummer des Anrufers konnten wir inzwischen einer Person zuordnen", berichtet Neu. Weiter seien die Ermittler aber noch nicht gekommen. Auch die Befragung des privaten Umfelds des 47-Jährigen habe noch keine Klarheit in den Fall gebracht. Gerüchte, wonach der Mann bereits polizeibekannt sei, bestätigte Neu aber. "Wir kennen den Mann aus der Vergangenheit." Mehr lässt er sich aber beim besten Willen nicht entlocken.
Die akribische Suche nach den Motiven für die Bluttat geht also weiter. Die Staatsanwaltschaft Hanau hatte die Obduktion des Leichnams angeordnet. Der Körper wurde der Rechtsmedizin in Frankfurt übergeben.

Dass der Mann an den Folgen der schweren Kopfverletzung starb, davon ist wohl auszugehen. Unklar ist jedoch, ob ein Streit so stark eskalierte, dass es zu den massiven Verletzungen kam. Möglich wäre auch, dass der Zeitlofser Opfer einer gezielten Tötungsabsicht wurde. "Denkbar ist bei solchen Geschichten vieles", hält sich Neu bedeckt.