Erstmals nach vielen Jahren gaben das Bad Kissinger Blockflöten Ensemble und das Kammerorchester Bad Kissingen wieder ein gemeinsames Konzert. Beide stehen in der Obhut der evangelischen Kirchengemeinde Bad Kissingens und beide werden professionell begleitet.

Kirchenmusikdirektor Jörg Wöltche betonte denn auch das überkonfessionelle des Musikerinnenkreises, das sich zum Konzert in der Kirche versammelte, um "Gott zu ehren" und den Zuhörern Erbauung in der Musik der Renaissance und des Barock zu gönnen.

Der konzertante Wettstreit der buchstäblich auch auf verschiedenen Ebenen, nämlich oben und hinten im Chor des Gotteshauses ausgetragen wurde, endete - gewollt - unentschieden. Besonders in den Gesichtern der jüngsten Spielerinnen, im Alter zwischen sieben und zehn Jahren an der Blockflöte, war eine sehr konzentrierte, aber auch fröhliche Anspannung zu spüren.

Kantorin Christine Stumpf hatte in den Stücken von Pierre Atteignant (1494-1552) und Karl Heinz Wischer, sowie Johann Sebastian Bach ( 1685-1750) auch Schülerinnen ihrer Flötenklasse ans Notenpult gebracht und alle konnten überzeugen. Ihr Spiel war der Auftakt für eine beschwingt- sinnliche Stunde nach dem Mittagskaffee und vor dem relaxenden Spaziergang im Kurgarten.

Die Zusammenstellung, die KMD Jörg Wöltche verantwortete, brachte in der Folge dann die älteren Mitglieder des Flötenensembles mit dem Kammerorchester zusammen. Stücke von Ludovico Viadana ( 1560-1627) und Gioseffo Guami (1540-1611) waren anfangs zu hören. Überhaupt liegt es in der Natur der Sache, dass es hauptsächlich Italiener waren, die neben der Baukunst auch die Musik der Renaissance prägten. Nachdem das Kammerorchester alleine mit dem Concerto da Chiesa von Evaristo Felice dall´Abaco (1675-1742) eine Visitenkarte abgegeben hatte, waren Blockflötenensemble und Kammerorchester wieder gemeinsam gefordert um "Gesänge" also Canzoni an verschiedenen Orten der Chores im Kirchenschiff erklingen zu lassen. Mal oben auf der seitlichen Empore, mal hinten in der Apsis, Pietro Lappi (1575-1630) und Giovanni Gabrieli (1552-1612) hätten ihre Freunde an der guten Interpretation ihrer Stücke gehabt.

Musik aus der Renaissance ist höfischen Ursprungs und sollte damals auch zum Tanzen anregen. Das hatte man diesmal weggelassen, denn die Virtuosität der Finger, die die Flötenlöcher öffneten und schlossen, der schnelle Ortswechsel, um dem Gehör einen anderen Klang zu vermitteln, das war Bewegung genug für die Akteure. Die Streicherinnen des Kammerorchesters, die sich von einem Bassgeigenstreicher die unteren Tongruppen vorgeben ließen, haben ihre ganze Erfahrung in das Konzert einfließen lassen.

Es konnte eigentlich nur gut gehen und die, die gekommen waren, regten mit ausdauerndem Applaus und entsprechender Spendenlaune ein weiteres Projekt gemeinsamen Musizierens von Blockflötenensemble und Kammerorchester in der Zukunft an.