Erstmals fuhr der gelbe, historische Vierspänner, ein Nachbau einer neunsitzigen Berliner Chaise aus der Biedermeierzeit, am 8. Juni 1939 von Bad Kissingen in das Biedermeierbad Bad Bocklet. Allerdings stoppte schon bald der Kriegsausbruch weitere Fahrten und erst zu Beginn der 1950er Jahre wurde der regelmäßige Kutschenfahrbetrieb zwischen den Kurorten wieder aufgenommen.

Damals noch ganz unter dem Dach der Deutschen Bundespost. Geblieben ist davon nur noch der frühere Postpräsident Werner Scheller als Vereinsvorsitzender der "Freunde der Postkutsche Bad Kissingen-Bad Bocklet", da die Bundespost sich in den vergangenen Jahren gänzlich von der Postkutsche verabschiedet hat.

Scheller erklärte den geladenen Fahrgästen, zu denen in diesem Jahr auch Staatsministerin Dorothee Bär (CSU) zählte, dass man in der achtzigsten Postkutschensaison trotz Veränderungen bei den Sponsoren dankbar auf das Geschehene zurückblicke und ebenso erwartungsvoll in die Zukunft sehe. "Die Beschleunigung des Wandels ist nicht aufzuhalten. Liberalisierung,

Globalisierung und Digitalisierung sind weiterhin auf dem Vormarsch. Die Reizüberflutung, die auf die Menschen einwirkt, lässt oft den Blick und das Interesse für Geschichte vergessen - und da fängt der Auftrag der Freunde der Postkutsche an."

"Die Geschichte, auch die der Postkutsche, hält uns jung, weil wir mit ihr leben und aktive Begleiter sind. Schauen wir also weiter erwartungsvoll in die Zukunft und begleiten sie", sagte der ehemalige Postdirektor.

Die Postkutsche fährt nun wieder bis Oktober jeweils um 14 Uhr ab dem Hotel Wyndham Garden in der Bismarckstraße 8. Am Freitag und Sonntag geht es nach Bad Bocklet und am Donnerstag und Samstag nach Schloss Aschach, die Fahrtzeit dauert etwa eine Stunde, die Rückfahrt ist jeweils um 16.30 Uhr. Anmeldungen sind bei den Kurdirektionen in Bad Bocklet oder Bad Kissingen möglich.