Mit den Plänen für das laufende Jahr hat sich der Wirtschafts- und Umweltausschuss des Kreistages in seiner jüngsten Sitzung beschäftigt: Straßenbau, Naturschutz, Tourismus, öffentlicher Nahverkehr und Regionalmanagement sind die größten Posten. Allein in Neubau und Unterhalt der Kreisstraßen sollen in diesem Jahr mehr als 5,2 Millionen Euro investiert werden. Ein Ziel haben die Kreisräte dabei immer im Blick: Die Kreisumlage soll heuer gesenkt werden, um die Kommunen zu entlasten.

Elf der 26 Bürgermeister im Landkreis sind auch gleichzeitig Kreisräte. Sie wägen bei den Haushaltsberatungen ganz besonders zwischen möglichen Einsparungen und teuren Lösungen ab. "Wir müssen darauf achten, dass wir nicht zu viel vor uns her schieben", sagt etwa der Oberthulbaer Bürgermeister und Gemeindetags-Kreisvorsitzende Gotthard Schlereth (Freie Wähler). Gerade der Straßenbau sei ein gutes Beispiel dafür, dass die Kommunen von Investitionen des Landkreises profitieren: "Wir wollen ja auch gute Straßen in der Gemeinde", kommentiert er den geplanten Ausbau der Straße zwischen den beiden Oberthulbaer Gemeindeteilen Hassenbach und Schlimpfhof.

Alle Beschlüsse einstimmig

Trotzdem hat Bürgermeister Schlereth seinen Kämmerer bereits den Tipp gegeben, mit einer niedrigeren Kreisumlage zu kalkulieren: "Ich denke, es ist der Konsens in allen Fraktionen, dass wir um 1,5 Prozentpunkte nach unten gehen", berichtet Schlereth. Laut Landkreis-Kämmerer Christian Metz peilt auch die Verwaltung eine Senkung von aktuell 43 auf 41,5 Prozent an.

Alle Beschlüsse zu den Teil-Haushalten fielen gestern einstimmig. Beratungen gab es so gut wie keine, lediglich Nachfragen beim Bereich Tiefbau. Größte Einzelmaßnahme ist der Ausbau eines 3,2 Kilometer langen Abschnitts der Kreisstraße KG 30 zwischen Rupboden und Rossbach. "Wir haben dort bereits 1,5 Millionen Euro verbaut", berichtete Andreas Röder von der Tiefbauabteilung des Landratsamtes. 1,3 Millionen Euro sind noch übrig aus dem Vorjahr, für heuer sind weitere 700 000 Euro veranschlagt. "Wir werden dort heuer fertig", kündigte Röder an. Danach - und in Absprache mit dem Staatlichen Bauamt zum Ausbau der Staatsstraße 2289 - soll es zwischen Rossbach und Zeitlofs weitergehen: "Die Planung ist abgeschlossen, wir legen das demnächst der Regierung von Unterfranken vor", sagte Röder. 700 000 Euro sind dort für 2018 eingeplant, die Hälfte der Gesamt-Bausumme.

Drei Varianten im Gespräch

Aktuell geplant wird der Ausbau der KG 01 zwischen Reichenbach und Münnerstadt, die 2,55 Millionen Euro teure Maßnahme soll heuer noch starten. Auch die KG 18 zwischen Hassenbach und Schlimpfhof wird aktuell geplant: Die Fahrbahn sei nicht das Problem, aber für den Geh- und Radweg gebe es aktuell noch drei unterschiedliche Varianten. Das Landratsamt tendiert laut Röder zu einer Trasse möglichst nah an der Straße. "Das wird auch in den beiden Ortsteilen sehr kontrovers diskutiert", berichtete der Oberthulbaer Bürgermeister Schlereth.

Schönderling Nach den Arbeiten an Kanal- und Wasserleitungen baut der Kreis heuer die Ortsdurchfahrt Schönderling aus, 650 000 Euro sind für das laufende Jahr veranschlagt. Der Ausschuss stimmte einer Vereinbarung mit der Gemeinde zu: Für die Entwässerung des 662 Meter langen Abschnitts überweist der Kreis 133 212 Euro.

Hassenbach Für den neuen Geh- und Radweg zwischen Hassenbach und Schlimpfhof müssen ein Pegelhaus des Wasserwirtschaftsamtes versetzt und eine neue Brücke gebaut werden. Die Ingenieurleistungen wurden für 90 722 Euro an das Büro Wolf aus Bad Bocklet vergeben.

Umweltschutz In den Bereichen Wasserrecht, Immissionsschutz und Naturschutz gibt es laut Sachgebietsleiter Roland Lenhart keine größeren Veränderungen. Neu ist allerdings das Projekt Grüngitter. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 825 000 Euro, verteilt auf drei Jahre. Lenhart rechnet nach Abzug der Förderung und der Beteiligungen mit 25 000 Euro an Nettokosten pro Jahr für den Kreis. Angesichts des Volksbegehrens "Rettet die Bienen" sagte Landrat Thomas Bold (CSU), dass das Artenschutz-Projekt "den Nerv der Zeit trifft".

Kreisentwicklung Die größten Einzelposten im Bereich Kreisentwicklung und Wirtschaftsförderung sind der Haushalt für den öffentlichen Nahverkehr mit 847 000 Euro und der Bereich Tourismus: 430 000 Euro überweist der Landkreis alleine an die Rhön GmbH, für 20 000 Euro soll die Sanierung der Zufahrt zum Würzburger Haus bezuschusst werden.rr