Bereits im März 2016 hat der Bad Kissinger Stadtrat das Aus des alten Hallenbades zwischen Salinenstraße und Salinenpromenade besiegelt, allerdings blieb der Zeitpunkt offen: Damals erhielten die Stadtwerke den Auftrag, ein neues Hallenbad mit zwei Becken an die Kisssalis-Therme anzubauen, los gehen sollte es eigentlich bereits 2018, passiert ist bislang allerdings noch nichts. Deshalb startete das Hallenbad gestern nach einer Instandsetzung in die 55. Saison.

Eröffnung im Jahr 1965

1965 wurde das städtische Hallenbad eröffnet. Seit 1987 arbeitet Roland Bühner bei der Stadt, seit 1996 ist er Betriebsleiter des Hallenbades. "Das Becken ist dicht, das ist wichtig", sagte er. Bei der Technik gebe es immer mal wieder kleinere Mängel, aber auch durch die Saison 2018/2019 kam das Bad ohne Betriebsausfälle.

"Das Personal hat alles über die Jahre sehr gut gepflegt und gewartet", lobte Maik Schmeller vom Gebäudemanagement der Stadt den Zustand des Bades. Obwohl das Becken und ein Teil der Technik aus den 1960er Jahren stammen, hoffen beide, dass das Hallenbad noch solange durchhält, bis das Hallenbad an der Kisssalis-Therme fertig wird. Wann es soweit ist, dazu gaben die Stadtwerke aktuell noch keine Auskunft.

Den Sommer über wurden Becken und Bad komplett gereinigt, undichte Kanalleitungen erneuert, die Stromanlage gewartet sowie alle elektrischen Geräte, die Chlordosier- und die Lüftungsanlage geprüft. Einiges musste auch erneuert werden, etwa defekte Steuerungsklappen für die Wasserversorgung sowie einige Duschen, Silikonfugen und Fliesen. Das Bad verfügt auch über eine neue Notbeleuchtung.

Zur Eröffnung wurde das 17,5 mal 25 Meter große Becken wieder befüllt und eine Wasseranalyse durch ein externes Labor in Auftrag gegeben, bevor der Badespaß wieder starten konnte.

"Kosten können noch nicht genau beziffert werden", teilt die Stadt auf Nachfrage zu den aktuellen Arbeiten mit. Allerdings gibt es aus dem Rathaus die jüngsten Haushaltszahlen: Demnach verzeichnete das Hallenbad im vergangenen Jahr einen Verlust von 198 177 Euro. Der Betrag verteilt sich auf die zweite Hälfte der Saison 2017/18, also Januar bis April, und die erste Hälfte der Saison 2018/19, also September bis Dezember. Im Sommer ist das Hallenbad immer geschlossen, das Personal wird dann im Terrassenschwimmbad eingesetzt.

Insgesamt rund 27 000 Besucher

Die Besucherzahlen des Hallenbades liegen seit Jahren zwischen 15 000 und 16 000. Im Jahr 2016 etwa badeten 15 512 zahlende Gäste, hinzu kommen jährlich rund 11 500 Schüler zum Schwimm-Unterricht ins Hallenbad. Die Erträge beliefen sich im vergangenen Jahr auf 101 816 Euro, dem gegenüber standen Aufwendungen in Höhe von 299 993 Euro.

Auch die Stadtverwaltung wünscht sich, dass das Gebäude aus den 1960er Jahren noch möglichst lange in Betrieb bleibt: "Die Hoffnung ist natürlich, dass das Hallenbad bis zum Neubau durchhält", heißt es dazu aus dem Rathaus. Voraussetzung dafür ist, dass keine teuren Reparaturen anfallen. In diesem Fall endet auch der Handlungsspielraum der Verwaltung: "Wenn was Größeres sein sollte, muss der Stadtrat entscheiden, ob das gemacht wird", stellte Maik Schmeller klar.

Wenn alles glatt geht, müssen Bahnen-Schwimmer auch in den kommenden Jahren nur kurze Zeit auf ein öffentliches Schwimmer-Becken verzichten: Das Hallenbad schließt zwei Wochen vor der Eröffnung des Terrassenbades und öffnet zwei Wochen nach Schließung des Freibades, beschreibt Roland Bühner den Turnus. Die sechs Mitarbeiter des Hallenbades arbeiten dann im Freibad mit. In der Sommer-Saison wird das Team auf bis zu 16 Mitarbeiter aufgestockt, zudem werden Aushilfen von Wasserwacht und DLRG eingesetzt.