"So etwas Pietät- und Gewissenloses gab es in dieser Art und Weise in Bad Kissingen noch nicht". Der Pressesprecher der Stadt Bad Kissingen, Thomas Hack, ist empört. In der Zeit von Montagnachmittag bis Dienstagmorgen wurden elf Gedenktafeln auf dem Parkfriedhof entwendet. Diese waren gefallenen Soldaten des Zweiten Weltkrieges gewidmet.

Die Täter durchtrennten das Vorhängeschloss, so dass ein Befahren des Geländes mit dem Auto möglich wurde. Anschließend wurden die Tafeln aus ihren Fundamenten gerissen. Es entstand ein Schaden von über 10.000 Euro, berichtet die Polizei. Hack ist entrüstet über eine derartige Pietätlosigkeit. Das Motiv hinter der Tat erscheint Hack schleierhaft. "Möglicherweise ging es den Tätern ums Geld", vermutet er.


Dubiose Geschäfte im Netz

Dass sich mit Gedenktafeln Geld verdienen lässt, wird beim Blick in soziale Netzwerke klar. In Militaria-Sammlergruppen werden neben Orden und Dokumenten unter anderem auch Gedenktafeln oder Teile von Denkmälern zu hohen Preisen gehandelt. Eine andere Möglichkeit, die Tafeln in Bares zu verwandeln, ist das Einschmelzen der Tafeln und der Verkauf des Metalls.


Schwierige Fahndung

Für Hack sind die Gründe für den Diebstahl jedoch zweitrangig. Er bedauert das Verschwinden der Tafeln, die er als "mahnendes Andenken" bezeichnet, das auch von zukünftigen Generationen zu bewahren sei. Die Suche nach den Tätern gestalte sich schwierig, weil es sich bei den Friedhöfen der Stadt um öffentliche Bereiche handelt, die nicht leicht zu bewachen seien. Sowohl Hack als auch die Dienststelle der Polizei hoffen jetzt auf Hinweise und Zeugenaussagen aus der Bevölkerung.