Wasser ist jedenfalls schon mal drin. Das rotbraune Eichhörnchen steuert entschlossen auf den Beckenrand zu - und macht dann doch auf dem haarigen Absatz kehrt. Das Aktionsbecken ist bereits gefüllt, zum Eintauchen allerdings noch nicht vorgesehen.

Die Bauarbeiten im Bad Kissinger Terrassenschwimmbad nähern sich dem ersten Etappenziel: Kinder- und Aktionsbecken sind fast fertiggestellt. Damit sich das neue Material in der Hitze nicht verformt, wurde in letzterem zur Abkühlung Wasser eingelassen. Durch eine Frostperiode zu Jahresbeginn hatten sich die Bauarbeiten an den Becken um sieben Wochen verzögert. Zunächst war das Bauende für Ende Juli angesetzt.

So sah es noch im Mai auf der Baustelle aus

Doch selbst im März und April sei es schlichtweg noch zu kalt gewesen, um mit den Metallarbeiten für den neuen Beckenrand zu beginnen, erklärt Maik Schmeller, Gebäudemanager der Stadt Bad Kissingen. Auch die Auftragsvergaben hatten sich zeitlich verschoben. Mittlerweile wurde der Großteil der Bodenfläche gepflastert. Bis Oktober soll der Bauabschnitt komplett abgeschlossen sein. Und Schmeller ist optimistisch: "Wir liegen wieder gut im Zeitplan."

Edelstahl fürs neue Aktionsbecken

Kinder- und Aktionsbecken wurden abgebrochen und komplett erneuert, Leitungen sowie Bodenplatten verlegt und die große Rutsche ab- und in leicht veränderter Form wieder aufgebaut. Die größte Veränderung war die Installation des neuen Edelstahlrandes, dessen einzelne Rinnen vor Ort verschweißt wurden. "Die Herausforderung ist, mit dem Edelstahl in der runden Form und mit verschiedenen Radien zu arbeiten", sagt Roland Bühner, Betriebsleiter des Schwimmbades. Auch das Bodenpflaster muss passend zur kurvigen Form der Becken zugeschnitten werden.

Die Inseln im Babybecken wurden aus Sicherheitsgründen entfernt. "Das war schon teilweise gefährlich, wenn die Kinder mit nassen Füßen rumgekraxelt sind", meint Mario Selzer von der Stadtverwaltung. Stattdessen wird hier ein Sonnensegel installiert. Auf den Bodenfließen führt außerdem bald ein Blindenleitsystem mit grauen Noppen entlang.

Früher Saisonstart fürs Kissinger Terrassenbad

Um zu prüfen, ob die neue Edelstahlkonstruktion dicht hält, wird dem Aktionsbecken ein Mittel zugesetzt, das das Wasser violett färbt. "An den sogenannten Tot-Zonen erkennt man, wo kein Chlor hinkommt", erklärt Roland Bühner. Solche Baumängel müssten dann nachträglich ausgebessert werden. "Ziel des Tests ist, dass das Wasser überall die gleiche Qualität hat", sagt Thomas Hack, Pressesprecher der Stadt. Neben der Prüfung der Becken steht noch die Bepflanzung der Liegefläche sowie der Bau einer Sonnenterrasse aus.

Weniger Besucher wegen Baustelle

Badebetrieb und Großbaustelle parallel: Durch die laufenden Arbeiten seien in diesem Sommer deutlich weniger Besucher gekommen als sonst, sagt Roland Bühner. Rund 38 000 waren es bis Ende Juli. Eine endgültige Bilanz wolle er noch nicht ziehen, dazu laufe der Sommer aktuell noch zu gut. Ralf Schmitt, Pächter des Weizenturmes, zeigt sich dagegen zufrieden. "Wir haben eine so tolle Saison gehabt, wir können uns nicht beschweren." Bei bestem Baustellenüberblick sei das Restaurant durchgehend gut besetzt. "Ich glaube, es hat sich alles verlagert", meint Schmitt. "Familien mit Kindern fahren vielleicht nach Hammelburg oder Schweinfurt, aber hierher kommen dafür ältere Besucher, die die Ruhe genießen."

Die nächste Saison soll wieder mit vier geöffneten Becken starten, Sprung- und Schwimmerbecken sind im September 2019 mit dem Umbau an der Reihe. Maik Schmeller hofft dann auf eine weniger zeitintensive Baustelle. "Der erste Bauabschnitt ist nämlich ganz klar die größte Herausforderung."