Musikalisch umrahmt wurde die humorvolle Reise durch Ruth Röhlin (Flügel) und Bernd Aschmoneit (Saxophon). Die ökumenische Kurseelsorge zeichnete verantwortlich für den heiteren Abend, der sich mit dem Glück der Franken augenzwinkernd auseinandersetzte. In Karl-Heinz Röhlin hatte man einen Fachmann für dieses philosophisch-amüsante Thema gewonnen, dessen erste glückselige Erinnerung die Deutsche Fußballmeisterschaft des 1. FC Nürnberg in der Saison 1967/68 war - mit einem Sieg in Höhe von 7 : 3 gegen den 1. FC Bayern München.

Dieses Ereignis schlägt wohl bis heute noch durch, denn die Franken sollen im Glücksatlas der Deutschen Post mit 7,23 von 10 Punkten "ganz oben stehen" - ebenso wie im "World Happiness Report". Dort werde man nur von den "Butanesen übertroffen, weil diese staatliche Glücks-Klempner haben". Glück, so Röhlin, liege aber oft im Auge des Betrachters und deshalb freut sich der Nürnberger über eine ausgedehnte Schlechtwetterfront, "weil dann die Fürther auch schlechtes Wetter haben" - und aus dem gleichen Grund ärgern sich die Fürther über schönstes Hochdruckwetter.

Dank der fränkischen Verfassung habe "jeder Franke ein Recht auf Glücklichsein", so die Meinung des Fachmanns - und dieses Recht ist auch die Basis für den fränkischen Humor, der sich als "freiwilliger Humor" bei Fasnacht in Franken zeige, dagegen als unfreiwilliger Humor in so mancher Zeitungskolumne über einen Feuerwehreinsatz oder ähnlichem versteckt ist. Erkennbar wird dieses Recht an den "Big 4" der fränkischen Glückseligkeit, die Röhlin als sinnbildliche Perlen aufreihte: die fränkische Freundlichkeit einer Fleischereifachverkäuferin, die fränkische Kompromissfähigkeit aus der Einsicht "Irren ist menschlich", die fränkische Liebe zum Ehrenamt und zur Demokratie nach dem Motto "Wählen und manchmal auch abwählen":

"Fränkisch ist die schönste Sprach´, für den, der´s kann und den, der´s mach" - ein Vers, der von einigen mittelfränkischen Gästen unter den 100 Besuchern freudig beklatscht wurde, leitete über zum "labialen L, bei dem die Zunge zwischen der Zunge hängen geblieben ist". Zur fränkischen Sprache gehört aber auch die Liebe zum Konjunktiv mit "hätt ich, tät ich" und dem Musterbeispiel eines Heiratsantrages: "Was würdest du jetzt sagen, wenn ich dich fragen tät, ob du mich heiraten tätest?" Während für Röhlin die fränkische Frau mit einem größeren Sprachzentrum gesegnet ist, ist der fränkische Mann eher der "geborene Angler, der lieber vielsagend schweigt, statt nichtssagend redet" - umrahmt von "Sound of Silence" von Simon & Garfunkel.

Auf der Suche nach einem "fränkischen Glücks-Gen" oder einem "Glücks-Rezept" bemühte das Trio auch bekannte Philosophen wie Aristoteles, Freund, Kant oder dem fränkischen Mental-Forscher Dr. Dieter Döderlein aus Dietenhofen und dessen berühmter Aussage: "Glück ist zu 80 % mental, der Rest ist Kopfsache." - Lothar Matthäus ließ grüßen. Fündig bei ihrer Suche wurden Karl-Heinz Röhlin & Co. dann doch noch, denn in der entdeckten Glücksformel G = ff * (hu+ mu)² steckt alles drin, was einen Franken glücklich macht: "ff" steht für "Feste feiern", "hu" für den fränkischen Humor und "mu" für die Musik, ohne die das Leben ein Irrtum wäre. Mit diesem Ergebnis waren die Gäste sehr zufrieden und spendeten für die musikalische Glücksreise herzlichen Applaus, die sich mit einem Rap im breitesten Nürnberger Dialekt als Zugabe bedankten.