Joachim und Judith Voll betreiben den Campingpark in Bad Kissingen. Sie gehören zu denen, die künftig mit dem Qualitätssiegel "Service-Q" werben dürfen. "Unsere größte Verbesserung war, dass wir kranke und behinderte Gäste aus ganz Deutschland mit ihrem Wohnwagen abholen, damit sie weiter campen können", sagt Judith Voll direkt nach der Auszeichnung: "Das ist ein Service, den niemand sonst in Deutschland bietet." Aber es sind auch die Kleinigkeiten, die den Service auf dem Campingpark noch besser machen. Zum Beispiel gibt es jetzt eine englische Speisekarte. Und als besonders effizient hat sich erwiesen, dass auch die Mitarbeiter Vorschläge gemacht haben. "Wir haben mehr miteinander geredet", sagt Judith Voll, "und auch die Vorschläge der Gäste berücksichtigt." Die Aktion habe sich gelohnt, "du gehst mit anderen Augen durch den Betrieb".
Die Volls waren nicht die Einzigen, die mit dem Qualitätssiegel ausgezeichnet wurden. Jenem Siegel, das der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) und der Deutsche Tourismusverband ins Leben gerufen haben, um die Dienstleistungsqualität branchenübergreifend zu verbessern.

"Servicequalität ist das entscheidende Wettbewerbsinstrument für die Zukunft und ein wichtiger Standortfaktor", sagte Staatssekretärin Katja Hessel beim 4. Bayerischen Qualitätstag, dem Bad Kissingen die Bühne bot.

Qualitätsstadt

Mit 20 ausgezeichneten Betrieben darf sich Bad Kissingen mit dem Titel Qualitätsstadt schmücken. Mit gutem Grund, wie Frau Hessel betonte: "Bei Ihnen ist der Kunde König."
Die Staatssekretärin bezeichnete die vom Wirtschaftsministerium unterstütze Initiative Servicequalität als Erfolgsgeschichte. Bayernweit gebe es inzwischen rund 2700 Qualitäts-Coaches und gut 100 Qualitätstrainer. Auch bei der Zahl der qualifizierten Betriebe stehe das Bundesland sehr gut da.

Service-Q sei ein umfassendes Qualitätsmanagementsystem. Damit könnten in jedem dienstleistungsbasierten Unternehmen Qualität und Servicekompetenz nachhaltig und systematisch gesteigert werden.

Der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband setze seit Jahren konsequent auf freiwillige Initiativen im Bereich Qualität und Service, und das mit Erfolg. Das beweisen laut Katja Hessel die Rekordzahlen 2011. Nie seien mehr Gäste nach Bayern gekommen, bei den Übernachtungszahlen sei die 80-Millionen-Marke deutlich übersprungen worden. Für 2012 zeichnen sich laut Katja Hessel ähnliche Rekordwerte ab.

Auch der Präsident des DEHOGA Bayern, Ulrich N. Brandl, würdigte die Leistungen der ausgezeichneten Betriebe. Gleichzeitig freute er sich darüber, dass die Initiative inzwischen auch viele Branchen außerhalb des Gastgewerbes erreicht hat: "Servicequalität und Serviceorientiertheit dürfen keine Grenzen haben", betonte Brandl. Er wies darauf hin, dass mit Bad Kissingen die dritte bayerische Qualitätsstadt ausgezeichnet wird: "In den Qualitätsstädten wird Servicequalität in geballter Form gelebt."
Gleichzeitig wünschte er sich mehr Qualität in anderen Bereichen. Er spielte damit auf die Nennung von Betrieben mit Hygienemängeln im Internet an und verlangte mehr Qualität bei der Lebensmittelüberwachung.

Zertifiziert Während der Veranstaltung im Rossini-Saal wurden folgende Betriebe aus Bad Kissingen und dem Landkreis ausgezeichnet: Campingpark, Zahnarztpraxis Dr. Christian Ebel, Residence von Dapper, Haus Holzheimer, Schuberts Wein & Wirtschaft, Heiligenfeld GmbH, Fachklinik Heiligenfeld, Parkklinik Heiligenfeld, Rosengartenklinik und
Luitpoldklinik. Ebenfalls ausgezeichnet wurde das Hotel Ullrich in Elfershausen.

Qualitätsstadt Eine besondere Auszeichnung ging an Bad Kissingen. Zwar zählt auch die Stadtverwaltung zu den ausgezeichneten Betrieben, doch nachdem inzwischen mehr als 15, nämlich 20 Bad Kissinger Betriebe das Qualitätssiegel tragen, darf sich Bad Kissingen Qualitätsstadt nennen.