Das Wasser aus dem kleinen Zulauf schießt über das schwere Metallrad. Das Rad steht still. Oliver Schwenzer will es bis zum Fest schonen. "Man muss es zart behandeln, wie eine alte Frau oder einen alten Mann", sagt er und lacht. Am Pfingstmontag ist "Deutscher Mühlentag" und der wird an der Michelsmühle in der Münchau gefeiert. Dann sollen alle den "Stolz vom Opa" in Aktion sehen können und erleben, mit welcher Technik frühere Generationen gearbeitet haben. Außerdem soll das Fest dabei helfen, dass auch in Zukunft jeder eine kleine Zeitreise bei der Museumsmühle unternehmen kann.

Längst sind das Wasserrad und das Sägewerk auch sein großer Stolz geworden. Der Großvaters seiner Ehefrau Marion hatte die Anlage gehütet wie einen Schatz. Dieser hat bis heute überlebt - und soll es weiterhin. "Für viele ist es nur altes Zeug. Für mich ist es interessant zu sehen, wie es früher funktioniert hat", sagt Oliver Schwenzer. "Dieses Wissen darf nicht verloren gehen." Der Handwerker hängt sich rein für das Heiligtum der Familie. Gemeinsam packen sie an: seine Frau, Sohn Julian, Tochter Jasmin und ihr Stefan. Besonders jetzt, wo Oliver Schwenzer gesundheitlich kürzertreten muss. Sie alle hoffen, dass auch ihre drittes Mühlen-Feier wieder viele Besucher in die idyllische Münchau lockt. Nur wenn das Fest ein Erfolg wird, hat die Museumsmühle eine Chance. Das Sägewerk hat dringend ein neues Rad zum Antrieb der Anlage nötig. Durchlöchert vom Rost macht das alte wohl nicht mehr lange. Eine ganze zeitlang stand das Wasserrad jetzt still. Ungewohnt. Das kennen die Schwenzers sonst nur aus den Wintermonaten. "Es fehlt was, wenn man das Rad nicht hört", sagt Jasmin Schwenzer.

Mühlentag in der Münchau