Eigentlich war der Konzertabend des Wildfleckener Musikzuges in der neu gebauten Turnhalle in der Ortsmitte ja schon im Frühjahr geplant gewesen. Aber die Verzögerung bei der Fertigstellung der neuen Sinntalschule sorgte dafür, dass die Musiker ihr Vorhaben verschieben mussten. "Jetzt sind alle froh, dass es doch noch in diesem Jahr geklappt hat", sagte Steffen Fröhlich, Vorsitzender des Musikzuges. Der Besucheransturm auf den Konzertabend unter dem Motto "Once upon a time in the West" war so groß, dass kein einziger Stuhl mehr frei blieb und sogar die Stehplätze auf der Zuschauer-Tribüne heiß begehrt waren.

"Genau so haben wir uns das gewünscht", freute sich Fröhlich über die große Zuschauerresonanz. Neben dem Wildfleckener Musikzug selbst beteiligte sich auch die befreundete Bläservereinigung aus Burkardroth an dem Konzertabend, der Musik aus dem Vereinigten Staaten von Amerika in den Mittelpunkt rückte. Angesichts der Wildfleckener Historie im vergangenen Jahrhundert ein naheliegendes Thema, denn die US-amerikanischen Soldaten in der Marktgemeinde hatten über Jahrzehnte hinweg einen großen Einfluss auf den Musikgeschmack und brachten die neuesten musikalischen Trends aus Übersee gerne mit in die Rhön.

Mit Stücken von "Earth, Wind and Fire", Frank Sinatra, "Toto", Michael Jackson oder auch Ennio Morricone holten die Wildfleckener und Burkardröther Musiker damit auch ein Stück Vergangenheit zurück in die Gegenwart. Besonders beeindruckte dabei die Kombination von Blasinstrumenten mit ganz unterschiedlichen Schlagzeugen und Schlagwerken. Der Konzertabend war alles andere als ein besinnliches Weihnachtskonzert und überzeugte das Publikum mit viel Schwung und Groove. Mitklatschen und -swingen war angesagt. Es dauerte zwar ein bisschen, bis der Funke auf alle Zuschauerreihen übersprang. Aber je länger der Konzertabend dauerte, umso mehr juckte es dem Publikum in den Tanzbeinen.

Ganz bewusst hatte sich der Musikzug Wildflecken unter Leitung von Dirigent Andi Kleinhenz heuer für einen schwungvollen Themenabend und gegen ein vorweihnachtlich geprägtes Konzert entschieden und damit einen musikalischen Farbtupfer in der Region gesetzt. Dass aus diesem Grund auch etliche Zuhörer von außerhalb Wildfleckens gekommen waren, war wenig erstaunlich.

Auch der Nachwuchs des Wildfleckener Musikzuges kam zu seinem Recht. Bei "We will rock you" von Queen hatte die Jugendkapelle dann auch sofort das Publikum auf ihrer Seite. Dirigiert wurde die Jugendkapelle von Manuela Möller, die auch die musikalische Leiterin der Bläservereinigung Burkardroth ist. Zum krönenden Abschluss standen alle Musiker aus beiden Marktgemeinden gemeinsam auf der Bühne und ließen Western-Atmosphäre zu nächtlicher Stunde in der neuen Turnhalle aufkommen. Mehr musikalische Abwechslungen zur stillen Zeit geht wohl kaum. Das Publikum forderte Zugaben ein und wurde nicht enttäuscht.