Die Sitzung am Dienstagabend nutzte dritter Bürgermeister und Ortssprecher von Römershag, Dieter Seban (CSU), um seine Stadtratskollegen über den Verhandlungsfortschritt zur Autobahnbrücke zu informieren. Die Brücke soll neu gebaut werden. Da es sich aber um einen Ersatzneubau handelt, legt die Autobahndirektion Nord die Lärm- und Spritzschutzkriterien der alten Autobahnbrücke zugrunde. Die betroffenen Bürger sind damit überhaupt nicht einverstanden.

Inzwischen habe ein Gespräch mit der Autobahndirektion Nord stattgefunden, bei dem Landrat Thomas Bold und Landtagsabgeordneter Sandro Kirchner (beide CSU) dabei gewesen seien, berichtete Seban. "Wir haben einen kleinen Kompromiss erreicht." Zugesichert worden sei den Bürgern ein Spritzschutz, "wenn auch nicht in der Höhe, die wir wollen", sagte er. Zudem habe der Bauherr versprochen, rechts und links der Brücke Betonwände zu errichten, die zumindest einen gewissen Schallschutz gewährleisten.

"Das ist noch nicht genug, um bei einem Unfall herunterstürzende Teile zu verhindern", sagte Seban und berichtete von einem Römershager Bürger, der ein 1,5 Meter langes Stück Leitplanke auf seinem Grundstück gefunden habe. Das Metallteil habe einen Meter tief im Boden gesteckt. Die Sorge sei groß, dass sich so etwas wiederholen könnte. Unter der Autobahnbrücke führt auch ein Wanderweg hindurch. Nun solle die Interessengemeinschaft, zu der sich die betroffenen Bürger zusammengeschlossen haben, von der Brücke herabfallende Gegenstände dokumentieren.

Verkehrszählung stammt aus dem Jahr 2014

Auch eine Verbesserung des Lärmschutzes sei besprochen worden. Die Bürger argumentieren damit, dass sich das Verkehrsaufkommen seit dem Bau der Autobahn erheblich erhöht hat. Die Autobahndirektion lege in diesem Punkt Daten einer Verkehrszählung aus dem Jahre 2014 zugrunde, berichtete Seban den Räten. Eine aktuellere Zählung im Bereich Wasserlosen habe aber ein Verkehrsaufkommen gemessen, dass etwa 25 Prozent über den Zahlen aus dem Jahr 2014 liege. "Der Verkehr, der dort fließt, fließt auch bei uns", stellte Seban fest.

Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU) dankte der Interessengemeinschaft in Römershag für ihren Einsatz. Sie erinnerte daran, dass die Stadt Bad Brückenau im Sommer alle Abgeordneten der Region angeschrieben hatte. In den Antwortschreiben sei jedoch regelmäßig auf die geltende Gesetzeslage hingewiesen worden, die keine Verbesserung des Lärm- und Spritzschutzes auf der Brücke für die Anwohner vorsieht. Auch bei einer Anhörung mit Vertretern der Regierung von Unterfranken im September hatte die Stadt ihre Bedenken vorgebracht.