Immer wieder wurden Regenschirme benötigt, Windböen wirbelten das Equipment durcheinander, das Thermometer versuchte die bisherigen Rekordwerte immer mehr zu konterkarieren - keine guten Voraussetzungen für die abendliche Sommerparty "Sinn in Flammen" des Bad Brückenauer Geselligkeitsvereins "Tätsch'r".

"Die Veranstaltung abzusagen, war uns leider nicht mehr möglich, das hätte wenigstens drei Tage Vorlauf benötigt", so der Vorsitzende Axel Zeier. 700 Steaks, 200 Kilo Crush-Eis für die Cocktailbar, alles war vorbereitet für den großen Andrang an einem lauen Sommerabend am illuminierten Mühlbach, der in den Vorjahren bereits sechs Mal viel Glück mit dem Wetter hatte und somit ein großer Erfolg wurde. Nur einmal wurde wegen schlechter Wettervorhersagen rechtzeitig abgesagt.

Doch die Mienen der Helfer und Verantwortlichen hellten sich im Laufe des Abends zusehends auf, denn zumindest unter den Parkbäumen waren alle Bänke dicht besetzt. Das stürmische Wetter mit Regenschauern und frostigen Temperaturen schreckte die Brückenauer nicht ab. Dicke Regenjacken, Schals, Wolldecken und Sitzkissen, große Regenschirme, dick bepackt kamen die Gäste.

Spielen mit klammen Fingern

"Ich bin stolz auf meine Bröggenäer, dass sie uns so die Treue halten", sagte sichtlich erleichtert Axel Zeier, der selbst am Grillstand mit Hand anlegte. Respektabel die Leistung der Georgi-Bläser. Trotz Nässe und Kälte verbreiteten sie mit ihrer Musik ausgelassene Feststimmung, auch wenn wegen der klammen Finger mancher Ton nicht ganz passte, der Wind den Regen ins Genick drückte, die Polster der Stühle durchweichten und nasse Hintern ergaben.

So wird heuer sicherlich kein Überschuss in der Vereinskasse verbleiben, aber der Verein hat Standhaftigkeit und Moral bewiesen, honoriert durch zwar frierende aber auch fröhliche Bröggenäer und Gäste. Nächstes Jahr also dann wieder gemeinsam unter den Bäumen des Siebeners zu "Sinn in Flammen". Dann kann man sich erzählen: "Was war das für ein Wetter, aber schön war es trotzdem!"