So viel Andrang herrscht vor den Rhönlichtspielen nur einmal im Jahr. "Über 1000 Menschen in fünf Tagen", ist Carola Berner-Löhmer platt. Zum siebten Mal beteiligen sich die Rhönlichtspiele an der "SchulKinoWoche" des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst. "Das wird total breit angenommen", freut sich die Kinobetreiberin. Aus Bad Brückenau, Wildflecken, Schondra und Burkardroth kommen die Schüler, sogar der Kindergarten Bad Brückenau hat sich angemeldet.

Am 20. November eröffnete Berner-Löhmer die Rhönlichtspiele nach dem tragischen Tod ihres Mannes Paul Löhmer wieder. Viel Geld hat sie in die Sanierung gesteckt, mit Hilfe von Fördergeldern wurde die analoge Technik durch digitale ersetzt. "Es ist jetzt leichter, sehr viel leichter mit dem neuen Projektor", sagt sie und ihre Augen wandern vom neuen zum alten Gerät. Das gute Stück Kinogeschichte steht noch immer im Vorführraum. "Der wird auch bleiben", sagt Berner-Löhmer. Als Ersatz.

Familienbetrieb seit 1924

Während der "SchulKinoWoche" hilft Tochter Anne aus. Die 21-Jährige kennt das Kino in- und auswendig. Zusammen mit ihren beiden Brüdern greift sie ihrer Mutter unter die Arme, wenn es mal eng wird. "Es ist ein schönes Gefühl, die Klassen zu sehen", sagt sie. Als sie selbst noch in der Schule war, saß ihre Klasse auch schon im Kino.

Der Start im November lief "bombastisch", "super stark", blickt Berner-Löhmer zurück. "Es waren alle Brückenauer da, ob vier oder 85 Jahre alt." Ihre Hände gestikulieren. Viel Arbeit sei das gewesen, auch Stress. "Die Eiskönigin" lief ganze drei Wochen. Auch "Der Hobbit", "Der Medicus" und "Vaterfreuden" kamen gut an.

Der Schwung hielt bis ins neue Jahr hinein. Doch in den vergangenen Wochen leerte sich der Kinosaal merklich "und da weiß man nicht warum". Das Kino ist seit 1924 ein Familienbetrieb, hat viele schwierige Zeiten überstanden. Trotzdem. "Ich habe ein bisschen Angst, dass es wieder ins alte Fahrwasser kommt", sagt Berner-Löhmer.

Ihre Tochter wird deutlicher. "Die Leute haben sich daran gewöhnt, dass es das Kino wieder gibt", sagt sie. "Aber Kino macht ja erst richtig Spaß, wenn viele kommen und man merkt, dass sie das Kino lieben."