Bad Brückenau — Seit 13 Jahren steht Kristoffer Hünecke mit Revolverheld auf der Bühne. Im Jahr 2012 nahm sich die Band ei ne musikalische Auszeit, in der Hüneckes Soloprojekt unter dem Künstlernahmen Kris entstand. Aktuell touren die vier Jungs mit ihrem Album "Immer in Bewegung" durch die Republik und machen am 14. August Station in Bad Brückenau. Mit der Saale-Zeitung sprach Kris über den temperamentvollen Süden, seinen Kleiner-Junge-Traum und Heiratsanträge.

Hi Kris, von wo rufst du an?
Kristoffer Hünecke: Wir sitzen hier am Strand von Norderney. Johannes (Sänger der Band) hat auch grad ein Interview.

Da lässt's sich aushalten ... Sag, wie viele Konzerte habt ihr dieses Jahr schon gespielt?
Ganz schön viele ... 50 bis 60 be stimmt. Das heißt nicht, dass wir nicht immer besser werden (lacht).

Jetzt mal ehrlich, wenn man hun dertmal denselben Song spielt. Wie bringt man immer wieder die Energie dafür auf?
Das klingt jetzt abgedroschen, aber die Energie kriegst du aus dem Publikum. Ich stell' mir im mer vor, da sitzen jetzt Leute, die hören diesen Song zum ers ten Mal.

Ich sage nur "Ich lass für dich das Licht an" ...
Ich weiß nicht, wie oft wir das schon gesungen haben. Und es ist jedes Mal anders.

Das ist der Song mit dem Heiratsantrag, oder?
Ja, genau. Der beste Freund von Johannes wollte seiner Freundin einen Antrag machen. Wir haben den Song tatsächlich live performt und alles aufgenommen. Sie war total überrascht.

Auf jeden Fall kein alltäglicher Heiratsantrag ...
Und es legt die Messlatte ganz schön hoch. Ich hab das noch vor mir.

Aber zurück zum Konzert in Bad Brückenau. Wart ihr schon mal in der Gegend?

In Fulda haben wir schon öfter gespielt. Aber direkt in Bad Brü ckenau noch nicht.

Gibt's da eigentlich Unterschiede? Ich meine, wo ihr spielt ...
Ja, schon. Wir sind ja alles Nordlichter. Niels und Jakob (Gitarre, Schlagzeug) kenne ich noch aus Schulzeiten. Hier oben sind die Leute eher nordisch verhalten. Die Menschen im Süden machen's uns oft einfacher. Die haben mehr Temperament. Aber egal wo du bist, du musst dir das Publikum immer erst er spielen.

Viele Menschen träumen von einer Karriere als Künstler. War das eigentlich dein Kleiner-Junge-Traum?
Mein erster Traum war, Tennisprofi zu werden. So wie Boris Becker oder Michael Stich. Aber als sich abgezeichnet hat, dass daraus nichts wurde, war mir klar: Irgendetwas mit Musik. Viele Leute wünschen sich das und arbeiten auch hart dafür. Es ist immer auch ein bisschen Glück dabei.

Seit eurer Gründung hat sich die Band ganz schön verändert ...
Das stimmt! Mit Anfang 20 hast du einfach andere Themen. Du willst auf Teufel komm raus die Welt verändern ...

Willst du heute dann nichts mehr verändern?
Doch, auf jeden Fall. Aber nicht mehr mit dem Kopf durch die Wand. Heute sind unsere Texte tiefer, die Zeilen sind durchdachter.

Worüber singt ihr denn so?
Das Thema Liebe ist natürlich immer ein großes Thema. Aber auch da verändert sich der Blick. Johannes hat zum Beispiel jetzt ein Kind gekriegt. Allein das erweitert das Thema Liebe um ein Vielfaches.

Da kommt zur Liebe dann ein großes Stück Verantwortung. Sprecht ihr auch soziale oder politische Themen an?
Wir sind politisch interessiert. Ich würde aber nicht so weit ge hen zu sagen, dass wir eine po litische Band sind. Aber wir singen auch über den Wandel in den Städten, zum Beispiel im Song "Lass uns hier raus".

Und was sind die nächsten Highlights?
Ganz aktuell ist unser erstes Video für MTV Unplugged fertig geworden. Da sind wir echt stolz drauf ... In Bad Brückenau ge gen wir übrigens schon eine Kostprobe. Im Herbst gibt's dann unser ganzes Album un plugged.

Das Gespräch führte Ulrike Müller.

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