Idyllisch ist Motten ja gelegen, doch im Fall der Fälle - in einem medizinischen Notall - doch weit abgelegen. Aus diesem Grund befürwortet die Gemeinde den Aufbau einer "Helfer-vor-Ort"-Gruppe. Anna-Lena Larbig aus Motten und Rettungsassistent Florian Stoeck stellten das Konzept vor.

Grundsätzlich geht es um Erste Hilfe in Notfällen, das heißt, bei Herz-Kreislaufversagen, starken Blutungen oder schwerer Atemnot. "Die Hilfe ist auch kein Ersatz, sondern eine medizinische Ergänzung", stellt Anna-Lena Larbig klar. Der Helfer vor Ort (HvO) soll die Zeit bis zum Eintreffen des Notarztes überbrücken.

Zwar ist dieser in der Regel bereits zehn bis zwölf Minuten nach Alarmierung vor Ort, doch können im Notfall "Minuten zu Stunden werden", weiß die 32-jährige Mutter aus eigener Erfahrung. Die persönliche Qualifikation ist die beste Ausstattung, doch ein Notfallrucksack wird mit dabei sein. In diesem findet der Ersthelfer neben einem Defibrillator auch einen Beatmungsbeutel, eine Sauerstoffflasche, außerdem Pulsoxymeter, Blutzuckermessgerät sowie Verbandmittel.


Anbindung an die Feuerwehr

Die Anbindung an die Feuerwehr ist aus versicherungstechnischen Gründen ratsam, weil es für die HvOs keine Dachorganisation gibt. Allerdings ist jeder Ersthelfer bereits über Artikel 323c (Strafgesetzbuch) abgesichert. Florian Stoeck betont: "Jeder hat die Pflicht zu helfen, kann aber rechtlich nicht belangt werden." "Ich kann das nur befürworten", freute sich Bürgermeister Jochen Vogel (CSU) über den Rückhalt im Gemeinderat. Die finanzielle Unterstützung ist nun abgesegnet.

Pkw-Fahrer müssen sich beim Passieren der Brücke in der Auersbergstraße in Kothen keine Gedanken machen. Der Gemeinderat aber machte sich Gedanken, denn die Brücke ist sanierungsbedürftig, obwohl laut Ingenieur Alfred Ditzel (Bad Brückenau) "eigentlich in sehr gutem Zustand". Dennoch muss bemängelt werden, dass das Geländer zu niedrig ist, die Widerlager ausgespült sind, und das Holzgeländer am angrenzenden Container-Stellplatz nur "Alibi-Funktion" hat. Auch habe Frost Teile des Sandsteins an der Brücke herausgesprengt.


Betonverstärkung für Pfeiler

Frühere Versuche, die Fugen mit Mörtel zu verstärken, waren nicht möglich, da die Steine "zu passgenau" verbaut sind, sagte Ditzel. Sein Sanierungskonzept beinhaltet Betonverstärkungen an den Ufer-Pfeilern, Entnahme des Gesteins zwischen Pfeilern und Geländer sowie Auffüllen von Beton, außerdem eine Stahl-Beton-Schicht als Abschluss.


Steingeländer mit Handlauf

Das Steingeländer soll bestehen bleiben und mit einem Handlauf ergänzt werden. Fragen gab es zur geplanten neuen Traglast. Diese liegt bisher bei neun Tonnen, die Kalkulation von Alfred Ditzel mit 50 000 bis 75 000 Euro beinhaltet eine Traglast von 30 Tonnen. Zweifel kamen auf, ob diese angesichts größerer und schwererer Lkw ausreiche. "Wozu brauche ich eine 60-Tonnen-Traglast?", befürwortete Bürgermeister Jochen Vogel die 30-Tonnen-Variante. Gemeinderat Tobias Herbert (Wählergemeinschaft Motten) zeigte sich vom bisherigen Konzept "nicht richtig überzeugt".


Entscheidung vertagt

Der Rat vertagte die Entscheidung über das Konzept, Alfred Ditzel muss nochmal rechnen, diesmal unter Berücksichtigung von 40 Tonnen Traglast.


Gemeinderat in Kürze



Bebauungsplan Auweg Die Beschlussvorschläge zur Änderung des Flächennutzungsplans und die Erweiterung des Bebauungplans "Auweg" wurden vom Gemeinderat einstimmig angenommen, obwohl ein "schützenswerter Landschaftsbereich" zugunsten einer größeren Gewerbefläche für die Firma Herbert verloren geht. Die Firma Herbert wird in Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde Ausgleichsflächen schaffen.

Bauanträge Beide Bauanträge wurden angenommen. Sowohl der Neubau eines Wohnhauses in der Knorrstraße in Motten, als auch die Aufstockung zur Neuerrichtung von drei Gästezimmern im Gasthof Zum Biber in Speicherz segnete der Gemeinderat ab.

Informationsabende zur Helfer-vor-Ort-Gruppe finden am 26. November in der Grünen Au in Motten und am 30. November in der Postkutsche in Kothen statt, jeweils um 19 Uhr. Anna-Lena Larbig und Florian Stoeck hoffen auf viele Interessierte. Es wird alles rund um die Schulungen, Organisationsform und rechtliche Situation erläutert werden. Außerdem werden Gastreferenten erwartet.