In seinem früheren Kinderzimmer hängt es noch, sein erstes Poster vom Kult-Star. Es erschien 1993 in der Bravo, Robin Schuhmann hat es im Internet ersteigert - wie fast alles aus seiner Sammlung. "Die Anfänge gingen noch über Media Markt", erzählt der junge Mann aus Modlos in der Rhön. Inzwischen hat sich das Sammler-Geschäft nahezu vollständig ins Internet verlagert. "Michael Jackson ist ein Mensch, den man einfach wertschätzen muss", sagt er. "Was er für die Menschheit getan hat "

Dabei hängt ein Schatten über dem Idol des 22-Jährigen. Im Januar zeigte Regisseur Dan Reed auf dem Sundance Film Festival eine bedrückende Dokumentation. Zwei Männer berichten darin, wie sie als Kinder von Michael Jackson missbraucht worden sein sollen. Auch in Deutschland wurde der Film schon gezeigt. Noch zu Lebzeiten, im Jahr 2005, hatte es einen Prozess wegen Kindesmissbrauchs gegen Michael Jackson gegeben, der mit einem Freispruch endete. Dennoch keimten immer wieder Zweifel auf. "Diese Doku braucht kein Mensch", sagt Schuhmann über die aktuellen Vorwürfe. "Für mich ist er unschuldig und bleibt es auch."

 

Drehorte besucht und Ranch überflogen

Nicht nur Fan-Artikel hütet der Sammler, der in Fulda als Anlagenmechaniker arbeitet. Er reist regelmäßig in die USA, besucht Drehorte wie beispielsweise die Mauer, an der Michael Jackson Anfang der 1980er das Musikvideo für "Thriller" drehte. Auch über die elf Quadratkilometer große Neverland-Ranch überflog er schon. "Ich kann das bis heute nicht fassen. Es ist echt unbeschreiblich, ein riesige Areal."

Die Faszination für Michael Jackson hat Robin Schuhmann von seinem Vater übernommen. "Der Vater hat mich früher immer zu Musikvideos dazu geholt", erinnert er sich an gemeinsame Stunden vor dem Fernseher. "2009 wollten wir Tickets für ,This is it' kaufen", erzählt Schuhmann. Doch daraus wurde nichts. Am 25. Juni 2009 starb Michael Jackson. Es war dann wiederum der Vater, der dem Sohn die traurige Nachricht überbrachte. "Er kam zu mir ans Bett und hat gesagt: Michael ist tot. Das konnte ich gar nicht begreifen."

Seiner Leidenschaft tat das keinen Abbruch, ganz im Gegenteil. "Dieses Jahr mache ich die 1000 voll", sagt der junge Sammler stolz. 985 Tonträger seines Idols hat er schon gesammelt. Schallplatten, CDs, Kassetten, DVDs - aus anderen Ländern, in Sprachen, die er nicht versteht. Eine CD-Reihe aus Brasilien ist darunter, die Tonträger sind noch eingeschweißt. "Ich kenne die Lieder ja alle", sagt Schuhmann. Auch eine CD-Sammlung aus Japan findet sich unter den Sammler-Stücken, genauso wie eine der letzten Pressungen von "Off the Wall" aus dem Jahr 1979 in Südafrika.

Sammler-Stücke aus der ganzen Welt

Es klingelt. Es klingelt. Der Postbote bringt eine Sendung, eine Schallplatte aus Frankreich ist darin - eine Sammler-Edition der Jackson Five, der Gruppe also, mit der Jackson und seine Geschwister ab 1966 tourten. Allein dieses Jahr werden noch mehrere Platten der Edition erscheinen, Schuhmann wird sie alle kaufen. Mit dem Kult um den Sänger wird noch posthum viel Geld verdient. "Überall wird Geld verdient", sagt Robin Schuhmann. Für ihn stehen das Sammeln und das Gedenken an den großen Künstler im Vordergrund.

In seinem Elternhaus möchte er ein kleines Museum für seine Sammlung einrichten, in den nächsten Jahren irgendwann. Zum Schluss hat er noch eine Bitte. Er möchte sich gerne mit Fans aus der Region vernetzen. Und: "Ich suche Plakate vom Auftritt 1988 in Würzburg." Damals hat der King of Pop auf den Talavera-Mainwiesen gespielt. Schumann hat schon überall danach gesucht, bisher vergeblich.

985 Tonträger von Michael Jackson hat Robin Schuhmann gesammelt.

1400 Erinnerungsstücke hat Schuhmann insgesamt wohl zusammengetragen.