Als Schüler hat man sich nur selten auf den Schulalltag gefreut, doch sobald man miten im Berufsleben steckt, ist alles anders. "Die Schulzeit war doch die schönste Zeit", ist dann von vielen ehemaligen Schülern zu hören. Um an diese Zeit zu erinnern, feiert das Franz-Miltenberger Gymnasium und der dazugehörende Schulverein heuer sein 90-jähriges Jubiläum.

Lehrangebote unterstützen

"Der Schulverein ist dafür verantwortlich, dass es das heutige Gymnasium überhaupt erst gibt", erzählt Stefan Richter, Vorsitzender des Schulvereins. Heute unterstütz der Verein finanziell schwach gestellte Schüler und unterstützt die Schule bei verschiedenen Anschaffungen und Ausflügen. "Bildung soll nicht vom Geld abhängig sein, sondern für jeden zugänglich sein", appelliert Richter. Schüler werden deshalb vor allem bei Klassenfahrten und Sprachkursen unterstützt.
Das Hauptaugenmerk der Veranstaltung am Samstag und Sonntag, 11. und 12. Oktober, liegt auf dem Aufbau eines Netzwerkes zu ehemaligen Schülern. Diese könnten beispielsweise bei der Berufsberatung unterstützen und ihre Erfahrungen mit den Schülern teilen. "Wir suchen Kontakt zu ehemaligen Schülern, die am Puls der Zeit gehen", erzählt Richter. Wer sich mit der Schule verbunden fühlt, könne Mitglied im Verein werden, dies sei aber keine Pflicht. "Unsere kompletten Einnahmen werden für schulische Aktivitäten genutzt", versichert Richter. Auch die Schule ist per Satzung in den Verein eingebunden. "Dadurch ist der Verbund sehr eng, und das ist auch wichtig", ergänzt Richter.
Das Jubiläum beginnt am Samstag, 11. Oktober, mit einem Rundgang durch das Schulgebäude von 10 bis 13 Uhr. Anschließend findet ab 18 Uhr ein Treffen der Ehemaligen in der Georgi-Kurhalle statt. Gegen 19 Uhr folgt eine kurze Begrüßung. "Das Jubiläum ist bewusst als zwanglose Feier ge plant, damit die Gäste untereinander ins Gespräch kommen", sagt Richter.
Am Sonntag, 12. Oktober, folgt der zweite Teil der Veranstaltung. Nach einer ökumenischen Andacht um 9.15 Uhr in der Sommerhalle folgt ab circa 10 Uhr ein abschließendes Weißwurstfrühstück in der Georgi-Kurhalle. Der Schulverein bittet vorab um eine Anmeldung, um den Ablauf der Veranstaltung besser planen zu können. Interessierte können sich ans Gymnasium wenden. Tel.: 09741/ 91280. Oder per Mail: sekretariat@fmg-brk.de.
Interessant in der Geschichte der Schule ist es, dass sie ohne den Ver ein niemals entstanden wäre. Die Bürgerinitiative, die zur Gründung der Schule führte, wurde am 26. Februar 1924 ins Leben gerufen. Damals trug der Verein noch den Namen "Volksbildungs- und Schulverein für Brückenau und Umgegend" und sollte zur Hebung der allgemeinen Volksbildung beitragen. Es waren Bürger, die etwas für die Bildung ihrer Kinder tun wollten. Vom Ergebnis ihrer Mühen profitiert die Stadt noch heute.

Eine mutige Tat

Eröffnet wurde die Schule am 1. Mai 1924. Ein Jahr später stand erstmals eine Klasse vor dem Ab schluss. Dem Brückenauer Anzeiger ist dazu folgendes zu entnehmen: "Der Schritt, den ein kleiner Kreis von Eltern mit der Gründung einer Mittelschule in unserem idyllisch gelegenen Rhönstädtchen un ternahm, musste gewiss als eine mutige Tat bezeichnet werden."