Die gelben Linoleumböden und die zusammengewürfelten Möbelstücke aus einer längst vergangenen Zeit lassen keinen Rückschluss auf den historischen Ursprung des Gebäudes zu. Doch bis zum Jahre 1966 war das Kloster Heimat von Franziskanermönchen. Seit Mai werden die zwei Stockwerke des Klosters, das 50 Betten für Schüler bereithält, auf den neuesten Stand gebracht. Dabei werden behutsam historische Elemente wieder hervorgehoben.
Nach der Sanierung des Hauptbaus Mitte der 1990er, des Lernwerks im Jahr 2011 und der Wallfahrtskirche 2016 freute sich Klaus Hofmann, Rektor des Haus Volkersberg, über den Beginn der neusten Bauarbeiten: "Unser Ziel ist es, den historischen Charakter des Gebäudes wieder herzustellen".


Holzbalken aus dem 17. Jahrhundert

Ein besonderes Augenmerk liege dabei auf der Wiederherstellung des Kreuzgangs im 2. Stock. Was bisher durch ehemals praktische Sanitäreinrichtungen verbaut war, ist im Laufe der Bauarbeiten ans Tageslicht gekommen. "Es war schon beeindruckend, beim Öffnen der Decken die Holzbalken aus dem 17. Jahrhundert zu sehen", sagt Hofmann und zeigt auf die geöffnete Decke. Einen Spagat zwischen historischen Elementen und modernem Wohnen möchte das Haus mit dem Umbau wagen. Deshalb bleiben die Sanitäranlagen auf der Etage, "um den Charme eines Jugendhauses zu behalten", sagt Hofmann. Damit der Kreuzgang wieder hergestellt werden kann, wurden die Gemeinschaftsduschen und Toiletten in bisherige Zimmer eingeplant.


Künftig 30 Zimmer

Eine gute Million Euro investiert das Bistum Würzburg in den historischen Klosterbau. Bereits bei der Sanierung der Klosterschänke im Untergeschoss des Gebäudes im Jahr 2002 wurden die Wasserrohre in den ersten Stock hochgezogen. Zum Glück, sagt Hofmann, denn da könne man gut anknüpfen. Das denkmalgeschützte Haus soll zukünftig 30 Zimmer und vier Seminarräume mit einzelangefertigten Holzmöbeln und einer regulierten Belüftungsanlage beheimaten. "Wir haben gezielt regionale Firmen für die Sanierung beauftragt", sagt der Rektor und verweist auf das regional ausgerichtete Profil des Hauses. "Als großer Arbeitgeber in einer eher strukturschwachen Region sehen wir uns auch dem Wohl der Menschen um uns herum verpflichtet", fügt er hinzu.
Ab Anfang September liegen wieder Gästebuchungen für das Kloster vor. "14 Wochen haben wir für die Sanierung blockiert", sagt Hofmann. Für die Bauarbeiten gibt es einen engen Zeitplan. "Sportlich", nennt es Hofmann und freut sich auf die kommenden Wochen.