Gut war, dass die Aussprache über das Stadtfest öffentlich war und nicht hinter verschlossenen Türen behandelt wurde. Als während der Debatte Tendenzen spürbar wurden, das Thema doch wieder in die nicht-öffentliche Ecke zu drängen, blieb Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks konsequent. Das war richtig. Auch dass der Tonfall betont sachlich gehalten wurde, ist nicht falsch. Was die Zuhörer aber vermissten, waren handfeste Aussagen der Stadträte. Ein Großteil der Argumente war längst bekannt und die Nachfragen an Hans Rohrmüller vom Forum und die Stadtverwaltung kratzten - wenn überhaupt - allenthalben an der Oberfläche.

Die Stadträte versäumten in großer Mehrheit, klar Stellung zu beziehen - inklusive des Antragstellers Hartmut Bös. Die Frage, die dem Konflikt zugrunde liegt, wurde nicht einmal gestellt. Sie lautet: Was für ein Stadtfest wollen wir? Erst danach folgt die Frage nach der Organisation. Aber auch hier wären konkrete Aussagen nötig gewesen, als erstes zur Jugendbühne.

Was bleibt, ist eine große Portion Frust. Wieder einmal wurde eine Lösung nur vertagt. Die Bürger, die so zahlreich wie selten zuvor in die Georgi-Halle strömten, werden so schnell nicht wiederkommen. Das ist schade, da hat der Stadtrat eine Chance vertan.