Es ist eine bewegende Geschichte, die die beiden Männer da erzählen. Bärtig, das frisch gezapfte Bier in der Hand.Von 1986 bis 1991 waren Roy Williams und Eric Pask in Wildflecken stationiert. Nun kehren die beiden Amerikaner in die Rhön zurück. Aus einem traurigen Anlass.

"Erics Frau starb vor zwei Jahren", erzählt Roy Williams ohne, dass er gefragt wird. "Und meine Frau ist erst vor sechs Monaten von uns gegangen", fügt er hinzu und in seinem Blick steht die Trauer über den Verlust deutlich geschrieben. Die zwei Freunde starteten eine Europa-Tour zum Gedenken an ihre Frauen. Sie nennen die Reise "Roy und Erics europäisches Abenteuer" und posten jeden Tag Bilder auf Facebook. Am Freitagmorgen sind sie noch in Paris aufgewacht. Am Abend feiern sie auf dem Sinnauplatz in Bad Brückenau.

Der Abend ist kalt, die Gäste gehen schnell nach Hause. "Am Samstag war es besser, da war noch bis Mitternacht einiges los", erzählt Maximilian Richter vom FC. Traditionell hält der Verein den Marktplatz besetzt und teilt sein Revier nur mit dem Weinfass der Karnevalisten. Aus dem schaut etwas müde Matthias Grief heraus. Der abgesetzte Faschingsprinz von diesem Jahr hat wohl auch lange gefeiert... Das hindert ihn aber nicht daran, einem Ehepaar aus Chemnitz Weisswein auszuschenken. Die beiden wohnten früher in Bad Kissingen und möchten nun in die Rhön zurückkehren. Im Staatsbad suchen sie gerade ein neues Zuhause.

Initiativen präsentieren sich

In der Ludwigstraße stehen Mitglieder der Bürgerinitiative "Sinntal gegen die Stromtrasse" mit ihrem Stand. Familie Brust aus Römershag schaut vorbei. "Ich muss mich da erst mal schlau machen", sagt Ralf Brust und nimmt gleich ein Info-Blatt mit nach Hause. Ein paar Meter weiter präsentiert sich der Förderverein "Hessisch-Bayerische Sinntal-Kreuzbergbahn". "Ich find's gut", sagt Elisabeth Funiok aus Tauber-Bischofsheim über die Pläne der Bahnfreunde, die Strecke von Jossa nach Wildflecken wieder in Betrieb zu nehmen. "Nostalgie bringt keinem was", sagt Funiok, die schon als Kind mit der Sinntalbahn fuhr, "aber ich finde die Bahn ökologischer als Busse".

Derweil zieht ein verführerischer Duft durch die Straße. Die Mittags-Meile der Volkerser Vereine ist gut besucht. Sehr gut besucht. Berge von Pommes und Fleisch bringen die Volkerser unters Volk. Wie viele andere Vereine nutzen sie die Chance, ihre Vereinskasse etwas aufzubessern. Das hat schon Tradition in der Kurstadt. Währenddessen dringen von Ferne die Klänge des Musikvereins Modlos ans Ohr. Hier auf der Hauptbühne verleiht am Nachmittag Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU) den begehrten Stadtfest-Pokal dem Förderverein Europäische Städtepartnerschaften.

Durch die Altstadt geht's Richtung Siebenerpark. Im Kinderland ist vor lauter Kindern fast kein Durchkommen mehr. Ein Stelzenmann schafft es trotzdem. Mit seinen metallenen Sprunggelenken hüpft er durch die Menge. Da kann man nicht anders als herzhaft zu lachen.