Die richtige Mischung macht den Erfolg. Für den Dirigenten einer Blaskapelle ist es immer ein Spagat, das Programm für ein Konzert zusammenzustellen. Es muss sowohl die Zuhörer als auch die Musiker begeistern. Auch Thomas Reuß, der musikalische Leiter des Kothener Musikvereines, stand vor diesem Problem. Mit dem richtigen Gespür erarbeitete er mit seinen Musikern ein Programm für das Frühlingskonzert im Kothener Sportheim, das begeisterte. Vom österreichischen Militärmarsch, über Filmmusiken, Rock und Pop bis hin zu Polka und Walzer reichte die Bandbreite der Konzertliteratur.

Ein besonderer Hörgenuss war das konzertante Werk "Variazioni in Blue" von Jacob de Haan. Das Mittelstufenstück besteht aus einer Reihe von Variationen, die auf melodischen Blues-Elementen beruhen. Einer ornamentalen Variation im klassischen Stil schließt sich eine Blues-Variation an. Dann folgt eine temporeiche, osteuropäische Variation. Das Werk ist dadurch sehr vielschichtig. Quer durch alle Register wird die Melodie gereicht. Überzeugend war das schöne Klarinettensolo. Die gute Besetzung der Register sorgte bei diesem flotten Werk für ein besonderes Klangerlebnis.

Solistisch konnten Marie Hergenröder (Flöte) mit "Einsamer Hirte" von James Last -in einer Bearbeitung von Thomas Reuß- und Matthias Kraus (Tenorhorn) mit dem sentimentalen Slow-Rock "Brennende Herzen" von Elmar Eggert überzeugen.

Eine weitere Stärke des Kothener Musikvereines ist das gut besetzte Bassregister. Dies zeigte sich bei dem swingenden amerikanischen Zirkusmarsch "Them Basses" von Getty H. Huffine. Es ist ein Marsch, in dem die Bässe stets die Melodie spielen. Obwohl bereits in den 1920er Jahren geschrieben, begeistert er noch heute. Sowohl Melodien aus dem Film "Grease" als auch die Pop-Ballade "You Raise Me Up" rundeten das Programm stimmig ab.

Das Orchester, in dem Jugendliche in der Überzahl sind, zeigte sich konzentriert, spielfreudig und mitreißend. Akkurat folgten sie den Anweisungen ihres Dirigenten und ließen so das Konzert zu einem kurzweiligen Erlebnis werden. Man spürte, dass die Kapelle viel Mühe und Arbeit in die Vorbereitungen gesteckt hatte.

Einer der Höhepunkte des Abends war auch der Auftritt des Vororchesters des Musikvereins. Zwölf Jungen und Mädchen gehören ihm an. Mit zwei anspruchsvollen musikalischen Werken spielten sie sich in die Herzen der Zuhörer.

Was begeistert junge Menschen in einer Blaskapelle zu spielen? Antonia Scheinwall (14 Jahre) spielt sowohl in der Kapelle als auch im Vororchester mit. "Es freut einen, wenn die Lieder, die man geprobt hat, bei der Aufführung klappen. Das ist ein Glücksgefühl für mich."

Dass es den jungen Musikern Spaß machte, sah man den ganzen Abend - auch bei Marie Hergenröder und Antonia Scheinwall. Die beiden hatten fachkundige Moderationen ausgearbeitet und führten charmant durchs Programm. Mit langem Applaus bedankte sich das Publikum für einen wunderschönen Abend.