Der Frauenbund Oberleichtersbach hat die Museumsscheune Karola und Stefan Helfrich im Chrisam-Hof in Weißenbach besichtigt.

Die Vorfahren der Familie Helfrich betrieben früher eine Landwirtschaft. Die geräumige Scheune wurde jedoch seit langer Zeit nicht mehr landwirtschaftlich genutzt. Deshalb beschlossen sie, die Scheune anderweitig zu gestalten. Mit viel Geschick, Fleiß, Leidenschaft und Liebe zum Detail wurde das Gebäude mit Utensilien aus früherer Zeit bestückt. Zahlreiche Arbeitsstunden wurden investiert. Historische Gerätschaften wurden auch von außerhalb zusammengetragen.

Die Besucher staunten nicht schlecht. Viele erinnerten sich an ihre Kindheit. Unter anderem erfährt man in der Museumsscheune, wie früher und mit welchen Gerätschaften gewirtschaftet wurde. So kann man zum Beispiel nachvollziehen, wie früher die Wäsche im Bottich gewaschen, anschließend gewrungen und schließlich getrocknet wurden. Ebenso wurde die Butterherstellung gezeigt. Die Ausstattung der Schlafstätten und alles, was dazugehört, ist ebenfalls im Original zu besichtigen.

Ganz in ihrem Element ist Karola Helfrich, wenn sie im historisch eingerichteten Schulzimmer, das sie in der ehemaligen Tenne integriert hat, vorführt, wie Schulstunden in der Zeit um 1936 abliefen. Originalgegenstände wie Schultafeln, Tische, Bänke und Weiteres befinden sich in dieser liebevoll zusammengestellten Unterrichtsecke. Karola Helfrich, selbst Lehrerin, schlüpfte in die Rolle des "Schulfräuleins Emilie". Schulutensilien, wie Bücherranzen, Schiefertafeln oder Griffel gibt es auch.

Weil der Unterricht früher meistens mit einem Lied begann, stimmten auch die Besucher spontan ein Lied an. Die Schulregeln von damals wurden vorgetragen . Rechnen, Lesen, Heimatkunde, Schönschrift waren die Hauptfächer. Und Hausaufgaben gab es auch.

Früher waren acht Schulklassen in einem Raum untergebracht, dementsprechend hoch war der Geräuschpegel. Karola Helfrich verstand es, die Vergangenheit wieder lebendig werden zu lassen.
Am Ende der Zeitreise präsentierte sie noch das Bild "Madonna im Rosenhag", das um 1450 von Stefan Lochner geschaffen wurde. Sie ist stolz darauf, dass sich dieses Gemälde in ihrem Besitz befindet. Das Bildnis zeigt sehr viele biblische Symbole, die ebenfalls ausführlich erklärt wurden. Nachmittag. Irene Kirchner